Read Die Hunde und die Wölfe: Roman by Irène Némirovsky Online

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Die Geschichte einer kompromisslosen, alle Konventionen sprengenden LiebeDie j dischen Kinder Ada und Harry lernen sich in Kiew kennen und sehen sich sp ter im Paris der 20er Jahre wieder Ada ist Malerin und lebt in rmlichen Verh ltnissen, Harry hat in die franz sische Bourgeoisie eingeheiratet Beide sp ren instinktiv, dass sie f reinander bestimmt sind Doch ihre Liebesbeziehung droht an den gesellschaftlichen Normen der Zeit zu scheitern....

Title : Die Hunde und die Wölfe: Roman
Author :
Rating :
ISBN : 3442739306
ISBN13 : 978-3442739301
Format Type : EPub
Language : Deutsch
Publisher : btb Verlag 3 August 2009
Number of Pages : 256 Seiten
File Size : 594 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Die Hunde und die Wölfe: Roman Reviews

  • rubynagel
    2018-11-03 06:34

    Ein wunderschönes, interessantes Buch, das pünktlich geliefert wurde und meinen Erwartungen voll gerecht wurde. Der Verkäufer ist weiter zu empfehlen

  • Preacher
    2018-11-10 03:43

    Wenn ich den Roman richtig verstanden habe, dann handelt es sich nur sehr vordergründig um eine Liebesgeschichte. Ich meine aber, dass es nicht wenige Indizien gibt, die dafür sprechen, dass zwei sehr große Themen angesprochen werden: gibt es eine "jüdische Seele"? Diese Thematik wird sehr offensiv behandelt. Eher unbewusst aber wird eine zweite Thematik behandelt: die Hochsensibilität.Zu ersterem: Es gibt im letzten Drittel des Buches eine großartig geschilderte Szene, wo zwei sehr alte Herren (dürre Leiber) in teuren Morgenröcken dem jungen Harry gegenüber sitzen. Die alten Herren, besonders finanzielle Vormünder des jungen Erben werden wie alte, orientalische Großkönige dargestellt. In ihnen - so Nemirowski - fließt "dickes Blut". Sie stehen geradezu plakativ für das, was im 3.Reich als das Finanzjudentum bezeichnet wurde. Doch anders als Hitler will Nemirowski nicht darauf hinaus, dass diese alten Herren sich in Gier verzehren nach Geld und Frauen. Was diese Menschen treibt, wird durch ihren Handlanger Ben dargestellt. In einer offenen Streitkonversation bezeichnet er sich als Künstler, der mit Geld und Finanzgeschäften den Menschen dahin bringen will, so zu denken, wie er denkt. Er sagt einmal: "so bin ich nun mal. Ich kann nichts dafür, dass ich nach dem greifen muss, was in meiner Reichweite liegt!" Am Ende hat er aber keinen "Sou". Der ist ihm nicht wirklich wichtig, sondern diese permanente Unruhe in ihm (dünnes Blut) lässt ihn so handeln. Viel edler wirkt hier der junge Harry, der jedem antisemitischen Einheitsbrei die Stirn bieten kann. Er hat ein edles Wesen und einen schwermütigen Geist. Er und Ada sind wesensverwandt. Sie brauchen kein Geld, kein Pomp, kein Reichtum. Ada sagt am Schluss: "ich habe ein Kind, meine Malerei und meinen Mut. Damit lässt sich sehr gut leben!" Und trotzdem wirft ihr Ben einmal vor, dass auch sie diese innere Unruhe hat, diese Gier nach etwas Beständigem. Er sagt zu Ada, wenn sie ihre Bilder male, dann zwinge sie auch die Menschen, die Dinge so zu sehen, wie sie es sieht. Auch hat Ada einen Alptraum, wo sie Harry mit Gewalt an sich bindet. Sie sagt, dass Harry ihr gehöre, ganz gleich, ob er da sei oder nicht. Es ist der Ruf des Blutes.Wessen Blutes? Des jüdischen Blutes? Biologisch wird es sich gewiss nicht unterscheiden von anderem Blut. Ich vermute, dass Nemirowski beschreiben will, wie das Volk Israel sich ganz tief sehnt nach etwas - wie es die Gruppe Silbermond mal singt - etwas, was bleibt. Sie spüren in sich, dass sie nicht willkommen sind, wenn sie nicht ständig etwas darstellen. Aufgrund dieser Unruhe entstehen soviele große Künstler mit jüdischem Hintergrund. Aber ist es das allein? Ada und Harry sind eindeutig Figuren, die man seit den 90 `er Jahren als High sensitive People bezeichnen würde.Dieses Buch ist aus meiner Sicht ein kleines Meisterwerk, ein psychologisches Ringen um Identität heimatloser Menschen. Sehr lesenswert.

  • €nigma
    2018-11-11 03:56

    Der Roman, der in Rezensionen als "Liebesroman" bezeichnet wird, ist meiner Meinung nach zunächst ein "geschichtlicher" Roman, der die Situation der Juden zu Beginn des 20.Jahrhunderts beschreibt. Die Kindheit der drei Hauptfiguren wird recht ausführlich beschrieben: die jüdischen Kinder Ada und ihr Cousin Ben wachsen im Armenviertel einer ukrainischen Stadt auf. Am anderen Ende der Stadt, im Viertel der Wohlhabenden, lebt ihr Cousin (Großcousin) Harry, dessen Familie es zu Wohlstand gebracht hat.Die Juden gelten als "Fremde" und erfreuen sich keiner großen Beliebtheit, allerdings wird die Ablehnung in verschiedenen Schattierungen deutlich. Die reichen Juden braucht man zum Geschäftemachen, die Armen sind dagegen zur Jagd freigegeben und es ist auch in einer solchen Progrom-Nacht, dass Ada und Ben ihren reichen Verwandten Harry und dessen Familie kennenlernen und Ada eine (unerklärliche) Zuneigung zum verhätschelten Weichei Harry fasst.Die eigentliche Liebesgeschichte ereignet sich Jahre später in Paris, wobei mir persönlich viele Handlungen der drei Hauptakteure nicht nachvollziehbar sind:-die Verbissenheit, mit der Ada sich an ihren Traum von Harry klammert und die Sturheit, mit der sie ihn verfolgt und schließlich zur Strecke bringt-ihre Heirat mit Ben, den sie eigenen Aussagen zufolge nicht liebt und nie geliebt hat-Bens Heirat mit Ada, er wirkt eigentlich nicht wie ein Mensch, der sich mit halben Sachen zufriedengibt-Harrys Wandel vom Ablehnenden zum VerliebtenAuch wenn ich als rationaler Mensch über diese Verhaltensweisen den Kopf geschüttelt habe, so habe ich das Buch doch mit großem Vergnügen gelesen. Irène Némirovski kann erzählen und betrachtet - obwohl sie selbst Jüdin ist - die Juden durchaus mit einer kritischen Distanz, wobei sie wiederholt zu ihrer Meinung nach "typisch jüdischen" Eigenschaften Stellung nimmt. Über ihre Cousine, die sympathische, aber nicht übermäßig kluge Lilla, denkt Ada:"Infolge ihrer Dummheit entging sie dem Fluch einer Rasse, die nicht ruhen kann, sondern unaufhörlich und vergebens stärker zu sein sucht als Gott selbst." (S.134)Der Roman ist meinem Empfinden nach nicht nur von Melancholie durchzogen , sondern plädiert in der Person Adas auch für Mut und Kraft zum Neuanfang. Stellenweise ist er natürlich traurig (die Furcht der Juden vor immer neuen Feindseligkeiten und Angriffen), andererseits wird auch mit einer Menge Humor erzählt - facettenreich und in flüssig lesbarer Sprache.Fazit: Durchaus empfehlenswert. Ich werde sicherlich noch weitere Bücher dieser Autorin lesen!

  • wolfgang neubacher
    2018-10-30 01:30

    Wenn man bedenkt, wieviel geistiges Potential - neben allen anderen Aspekten - Europa durch den Naziterror verloren hat, kommt einem heute noch das Grausen.Irene Nemirovsky ist ein solcher Fall. 1903 in Kiew in jüdischem Milieu geboren, kam sie nach der Oktoberrevolution nach Paris, wo sie bald literarisch Fuß fassen konnte und zur Erfolgsautorin wurde. Unter der deutschen Besatzung erhielt sie Publikationsverbot, wurde 1942 verhaftet und starb dann in Auschwitz.Erst mit der Entdeckung von "Suite francaise" wurde sie einem breiteren Publikum bekannt. "Die Hunde und die Wölfe" erschienen 1940 in Paris.Hauptperson in diesem Werk ist Ada Sinner. Sie lebt, zusammen mit ihrem Vater (die Mutter ist schon tot), in Kiew. Während eines Pogroms sucht sie bei reichen Verwandten Zuflucht und begegnet Harry.Jahre später begegnen sie sich in Paris wieder: Ada ist Künstlerin und mit ihrem Cousin Ben verheiratet, Harry ist - mit einer Französin aus reichem Hause - ebenfalls gebunden. Trotzdem: Die gemeinsame Herkunft, das gemeinsame Schicksal lassen sich nicht verleugnen..."Die Hunde und die Wölfe" ist ein faszinierender Roman, der einerseits in der untergegangenen Welt des Ostjudentums, andererseits in der Pariser Emigrantenszene zwischen den beiden Weltkriegen spielt. Man merkt sofort, dass sich die Autorin in dieser Welt - die mit viel Tragik umgeben ist - auskennt. Der Roman lässt einen einfach nicht so schnell los - und das ist wohl das größte Kompliment, das man einem Buch machen kann, oder?