Read Wie ein Roman by Daniel Pennac Online

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Pressestimmen Der Gl cksfall einer Verf hrung Daniel Pennac ist ein Don Juan der Leselust Frankfurter Rundschau ber den Autor und weitere MitwirkendeDaniel Pennac, geboren 1944, lebt in Paris ber zwei Jahrzehnte arbeitete er als Lehrer, bevor er sich 1995 endg ltig nur noch dem Schreiben zuwandte Neben zahlreichen Romanen, wie den erfolgreichen Malauss ne Krimis, hat er Kinder und Jugendb cher und einen Band mit eigenen Zeichnungen ver ffentlicht Bekannt wurde Pennac vor allem durch die literarische Streitschrift f r die Rechte des Lesers Wie ein Roman F r Schulkummer erhielt er 2007 den Prix Renaudot....

Title : Wie ein Roman
Author :
Rating :
ISBN : 3462033905
ISBN13 : 978-3462033908
Format Type : PDF
Language : Deutsch
Publisher : KiWi Taschenbuch 1 Januar 2004
Number of Pages : 208 Seiten
File Size : 961 KB
Status : Available For Download
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Wie ein Roman Reviews

  • Timo Brandt
    2019-03-09 05:41

    "Richtiges Lesen rettet vor allem, einschließlich vor einem selbst.""Lesen ist eine seltsame Tätigkeit, ebenso wie Küssen." Dieses Zitat von Jean Cocteau stammt nicht aus diesem Buch, aber es hätte doch sehr gut hineingepasst; denn es illustriert, wie ich finde, recht schön wie schwierig es ist, sich dem Lesen in Vergleichen, Ansichten, Beschreibungen und Texten zu nähern. Denn genauso wie bei der Liebe will man auch das Lesen nicht angetastet, analysiert oder erklärt, sondern verstanden sehen - und das Verständnis, in Wort und Schrift, von Mensch zu Mensch, ist immer noch eine der größten Herausforderungen der Literatur und gleichsam ein Zeichen, an dem man große/schöne Literatur erkennen kann, wenn ihr dieses Kunststück gelingt."So entdeckte er die paradoxe Wirkung des Lesens, die darin besteht, uns von der Welt abzulenken und dabei einen Sinn für sie zu finden."Daniel Pennacs wundervolles Buch ist vieles: Vor allem und zuerst eine Liebeserklärung. Aber auch Reflexion über das Lesen und die Lesekultur, angefüllt mit einigen Geschichten und Anekdoten über das Lehren und die Begegnung mit Literatur; des Weiteren ist es hier und da auch ein bisschen schelmisch-amüsant-polemisch gegen die festgefahrenen Strukturen, in denen man das Lesen heute im gesellschaftlichen Konsens - einzig - vertreten sehen will und propagiert.Und es ist auch, nicht zuletzt, unter der Hand, eine Rückführung in die Ausläufer einer magischen Welt, in der wir uns als Kinder einst dem Lesen gegenüber nicht wie einem Spiegel, sondern einer offenen weiten Welt voller Wunder benahmen."Die Zeit zum Lesen ist immer gestohlene Zeit. (Genauso wie die Zeit zum Schreiben, übrigens, oder die Zeit zum Lieben.)Wem oder was gestohlen?Sagen wir, der Pflicht zu leben. [...]Die Zeit zum Lesen dehnt, wie die Zeit zum Lieben, die Lebenszeit."Pennac hat hier ausgebreitet, was das Herz erwärmt und gleichzeitig nachdenklich stimmt; beschreibt und nennt hier vieles, was einen kurzzeitig in sich selbst versenkt und einen doch wieder gerade aus dem selbst in die Welt hinausholt. In kurzen Kapiteln macht er mit uns Ausflüge in die verschiedensten Besitztümer und Zweige des Lesens - und es ist eine helle Freude und doch eine Reise, bei der man viel lernen kann: Über das Lesen, die Faszination und sich selbst.Vielleicht wird man danach das Lesen neben seinen anderen Vorzügen auch wieder als das Wunder der bloßen Lust am Lesen und Imaginieren und der Zweckfreiheit begreifen, der Zweckfreiheit, "die die einzige Währung der Kunst ist." Und vielleicht auch die zehn wundervoll erläuterten Rechte des Lesers endlich in Anspruch nehmen wollen(ganz unten), die Pennac am Ende anführt und die ein paar der schönsten Ansichten zu Literatur enthalten, die ich je gelesen habe."Wiederlesen ist nicht wiederholen, es ist der ständig erneuter Beweis einer unermüdlichen Liebe."Anhang: [SPOILER] Noch drei längere Zitate aus dem Buch + die Rechte des Leser.Über das Schweigen über die Lektüre nach dem Lesen:"Das Schweigen ist der Garant für unser intimes Verhältnis zum Buch. Es ist ausgelesen, aber wir sind noch drin. Das bloße Zurückdenken daran ist eine Ausflucht für unsere Ausflüchte. Es bewahrt uns vor der großen Außenwelt. Es bietet uns eine Beobachtungswarte weit oberhalb der zufälligen Szenerien. Wir haben gelesen und wir schweigen. Wir schweigen, weil wir gelesen haben."Über das, was uns wichtig ist:"Das Schönste, was wir gelesen haben, verdanken wir meistens einem uns teuren Menschen. Und mit einem uns teueren Menschen werden wir zuerst über die Lektüre sprechen. Vielleicht eben weil das Charakteristische des Gefühls - wie des Wunsches zu lesen - darin besteht, vorzuziehen. Lieben heißt letztendlich, denen, die wir vorziehen, das zu schenken, was wir vorziehen. Und dieses Teilen macht die Zitadelle unserer Freiheit aus."Die zehn Rechte des Lesers1. Das Recht, nicht zu lesen.2. Das Recht, Seiten zu überblättern.3. Das Recht, ein Buch nicht zu Ende zu lesen.4. Das Recht, noch einmal zu lesen.5. Das Recht, irgendwas zu lesen.6. Das Recht auf Bovarysmus7. Das Recht, überall zu lesen8. Das Recht herumzuschmökern9. Das Recht, laut zu lesen.10. Das Recht zu schweigen:"Der Mensch baut Häuser, weil erlebt, aber er schreibt Bücher, weil er weiß, dass er sterblich ist. Er wohnt im Rudel, weil er ein Herdentier ist, aber er liest, weil er weiß, dass er allein ist. Dieses Lesen ist für ihn eine Gefährte, der keinem anderen den Platz wegnimmt, der aber auch von keinem anderen ersetzt werden könnte. Es bietet ihm keine letztendliche Erklärung seines Geschicks, webt aber ein Netz von Einverständnissen, die das paradoxe Glück zu leben selbst dann noch ausdrücken, wenn sie die tragische Absurdität des Lebens verdeutlichen. Demnach sind unsere Gründe zu lesen genauso seltsam wie unsere Gründe zu leben. Und niemand ist befugt, von uns über so etwas Vetrauliches Rechenschaft zu verlangen."

  • Milchbar9
    2019-02-19 07:36

    Wie verzweifelt sind Eltern, deren Kind nicht mehr lesen möchte. Nachdem man ihm von klein auf mit verschlingender Gier nach Wiederholungen Geschichten erzählt und vorgelesen hatte?Dieses wunderschöne Buch beschreibt diesen Prozess in einer wunderbar einfühlsamen Sprache, die in der Mitte des Buches zu dem Punkt kommt:Was halten Sie von Gustave Flauberts Aufforderung an seine Freundin Louise Collet: Lesen Sie, um zu leben! (S 82)In Schulaufsätzen lesen Lehrer dummes Zeugs zu dieser Aufgabenstellung: Man muss lesen, um sich zu informieren, zu gewinnen, voranzukommen etc. etc."Wer wird je die Einsamkeit eines Langstreckenkorrektors beschreiben? (S. 83)NIemand muss lesen, die Schule verstellt den Blick auf das Wesentliche: Man sollte lesen, um Freude zu haben, Freunde kennenzuleren, sich in anderen zu spiegeln. Also um andere leben zu lassen.Wenn Sie diese spannende Reise mitmachen wollen, eine grandiose Schau auf Leser und ihre Motivationen, dann ist diese Lese mit das Beste je mir auf den Schreibtisch Gekommene:Er leerte seine Satteltasche mit Büchern auf dem Tisch aus. Und das war Leben. (S. 98)

  • hartmutw
    2019-03-10 07:51

    In seinem witzigen Büchlein beschreibt Pennac, wie Kindern und vor allem Schülern der Spaß am Lesen vermittelt und bewahrt werden kann.Er plädiert für einen lustvollen, ungezwungenen Umgang mit Büchern jeder Couleur, die in der Vorstellung des Lesers eine immer ganz eigene, persönliche Welt entstehen lassen. Die Lust am Lesen ist für ihn etwas vollkommen natürliches, das nur sanft erweckt und gepflegt werden muss, um zu gedeihen.Dagegen wendet er sich zwar verständnisvoll, aber auch sehr klar gegen überambitionierte Eltern und autoritäre Lehrer, die schon Vielen die Lust am Lesen vergällt haben. Hier sieht Pennac die Hauptursache für schwindende Leselust, nicht in TV, Internet oder Zeitmangel.Sehr amüsant sind die schon vielfach erwähnten "10 Gebote". Hinter dem etwas martialischen Titel verbergen sich 10 Empfehlungen, die zum entspannten Umgang mit Büchern führen sollen, wie etwa, schlechte Bücher wegzulegen oder einfach querbeet zu lesen. Und man erfährt, was unter 'Bovarismus' zu verstehen ist...Ein sehr unterhaltsames Büchlein, das man sich gerade im Umgang mit Kindern immer mal wieder zu Herzen nehmen sollte. Absolut lesenswert!

  • Kinderbuchliebhaberin
    2019-03-19 05:37

    Pennacs Ausführungen sind nicht neu, aber nach wie vor Topaktuell und ich wünsche mir, dass seine Meinung und Anregungen noch viele Leser finden. Besonders engagierte Eltern und Multiplikatoren wie Erzieherinnen und Lehrern möchte ich das schmale Buch ans Herz legen.