Read Ich selbst, auch ich tanze: Die Gedichte by Hannah Arendt Online

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Nur von den Dichtern erwarten wir Wahrheit nicht von den Philosophen, von denen wir Gedachtes erwarten , schrieb Hannah Arendt in ihrem Denktagebuch Doch was bisher nur Kennern des Werkes der ber hmten Theoretikerin bekannt war Sie verfasste neben ihren politischen Schriften jahrzehntelang auch selbst Lyrik Dieser Band versammelt nun erstmals s mtliche Gedichte Arendts, die sie zwischen 1923 und 1961 schrieb, darunter acht bislang v llig unbekannte Werke Arendts Poesie wirft ein neues Licht auf ihr Denken und F hlen und muss wie ein sprachlich bet render, oftmals poetisch origineller Kommentar eines Schaffens gelesen werden, das sich ganz dem leuchtenden Widerstand gegen finstere Zeiten verschrieben hatte Eine seltene Neuentdeckung....

Title : Ich selbst, auch ich tanze: Die Gedichte
Author :
Rating :
ISBN : 3492057160
ISBN13 : 978-3492057165
Format Type : Hardcover
Language : Deutsch
Publisher : Piper 9 November 2015
Number of Pages : 392 Pages
File Size : 971 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Ich selbst, auch ich tanze: Die Gedichte Reviews

  • Helga König
    2019-01-09 09:40

    (Zitat: Hannah Arendt)Dieser Gedichtband enthält Gedichte von Hannah Arendt (14. 10.1906 - 4.12.1975). Die berühmte Intellektuelle hatte einst Philosophie, Theologie und Griechisch u.a. bei Heidegger, Bultmann wie auch Jaspers studiert und promovierte 1928. Schon im Jahre 1933 emigrierte sie nach Paris und 1941 nach New York, wo sie zunächst als Lektorin und freie Schriftstellerin tätig war. Als Professorin für Politische Theorie lehrte sie in Chicago und ab 1967 an der New School for Social Research in New York.Der vorliegende Band wartet mit Gedichten aus den Jahren 1923- 1926 und 1942-1961 auf.Bevor man sich in die insgesamt 71 Gedichte vertieft, sollte man allerdings das Nachwort von Prof. Dr. Irmela von der Lühe gelesen haben. Diese lässt die Dichterin gleich zu Beginn selbst zu Wort kommen und zitiert aus einem Fernsehinterview, das Hannah Arendt im Jahre 1964 Günter Gaus gab. Dort sagte sie einst "Dichtung hat in meinem Leben eine große Rolle gespielt". Gemeint hat sie damit ihre Begeisterung für griechische Poesie und die Beschäftigung mit Literatur sowie den Künsten.Es kann vermutet werden, dass es bei ihr mehr darum ging, Gedichte für und mit dem Herzen zu erlernen als für die nach außen gerichtete Selbstdarstellung. Hannah Arendt liebte Gedichte u.a. von Goethe, Schiller, Rilke, von Hofmannsthal und Brecht. Diese Intellektuelle wollte in erster Linie verstehen aber nicht Macht und Einfluss gewinnen. Mittels ihres philosophisch-politischen Werkes und hier ihrer bemerkenswerten Studien lässt sich die umfassende Bedeutung ihres Bekenntnisses zum Verstehen am besten nachvollziehen.Ihr Werk "Rahel Varnhagen. Lebensgeschichte einer deutschen Jüdin aus der Zeit der Romantik" war einer ihrer ersten Versuche, weltpolitische Zusammenbrüche, politische und philosophische Prozesse im Medium weltliterarischer Texte zu veranschaulichen und zu verstehen, schreibt von der Lühe. In einem ihrer letzten großen philosophischen Werke stellte sie Überlegungen zum Verständnis ihrer Liebe zur Dichtung und Kunst an. Es handelt sich dabei um einen eigenen Paragraphen in "Vita activa oder Vom tätigen Leben" und bekennt sich dort zur "Nutzlosigkeit von Kunstdingen". Es geht um die Zweckfreiheit von Kunst, die durch die Kunst selbst erfolgt. Das gilt auch für das Gedicht, das sich in seiner zeitlosen und zugleich gegenwärtigen Funktion durch sich selbst beglaubigt.Hannah Arendts Gedichte beeindrucken durch Tiefsinn. Nur wenige haben einen Titel, sind dem Traum und der Nacht gewidmet, dem Spätsommer auch, sind voller Melancholie, lassen Geschichten erkennen, deren Quintessenz sie sind. Die Verse sind voller Demut und Weisheit aber auch Liebe und der Tod bleiben nicht ausgespart."Was bleibt noch zu sagen" beginnt eine Strophe ihres Gedichts "Blumenfeld zum 70. Geburtstag". Vielleicht, dass man Worte wie "Herzenswärme" und "Herzensgunst" nicht überlesen sollte in Hannah Arendts wunderbaren Gedichten, weil diese Worte es erst ermöglichen, "den Menschen menschlich zu erfassen"Sehr empfehlenswert.Helga König

  • Sophie P.
    2019-01-07 14:43

    Eine Frau, die dichtend denkt, ist Hannah Arendt definitiv.Sie vereint Erzähltraditionen, Geschichtsschreibung und Poesie in ihrem Werk, angeleitet von Vorbildern wie Martin Heidegger und Hermann Broch [denen sie beiden durch Gedichte und Biografien Denkmäler gesetzt hat].Hannah Arendt reagiert auf Verluste, Liebesschmerz, die Ermordung der Juden, dahingehend ist dieser Gedichtband natürlich von Negativvokabular dominiert. Sowohl romantische als auch klassische Elemente [die von einer Bewunderung von Goethe/Schiller herrühren] als auch volksliedhafte Anteile vermischen sich mit strengen Reimkonventionen oder treten in freien, Versen aber durchaus in komponierten Strophen auf.Mir gefiel dieser Gedichtband sehr gut.Natürlich gefiel mir nicht jedes einzelne Gedicht.Leider "doppelten" sich 2 Gedichte, um auf eine frühere und spätere Phase der Bearbeitung hinzuweisen [das hätte für mich lediglich in den Editorischen Bereich gehört].Für 20,00€ bekommt man also:- Ein gebundenes schmales Bändchen mit Schutzumschlag- 71 Gedichte [durchnummeriert, oftmals Ohne Titel]- ein hübsches Lesebändchen- ein Essay über Arendts Dichtung [25 Seiten]- Editorische Notizen mit Hinweisen auf Ersten/Zweiten Druck, Erstveröffentlichung, Hinweise auf Widmungen und Veränderungen der GedichteAls Gesamtwerk macht es dieses Werk also möglich, es durchaus für Studienzwecke zu nutzen, aber auch mir im Privaten machte es große Freude, mehr über Hannah Arendt zu erfahren und wie sie über [ihre] Dichtung dachte und in welchen Traditionen sie schreibt.(: Eine Empfehlung!