Read In der Sache J. Robert Oppenheimer: Schauspiel (Suhrkamp BasisBibliothek) by Heinar Kipphardt Online

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Text und Kommentar in einem Band In der Suhrkamp BasisBibliothek erscheinen literarische Hauptwerke aller Epochen und Gattungen als Arbeitstexte f r Schule und Studium Der vollst ndige Text wird erg nzt durch anschaulich geschriebene Kommentare....

Title : In der Sache J. Robert Oppenheimer: Schauspiel (Suhrkamp BasisBibliothek)
Author :
Rating :
ISBN : 3518188585
ISBN13 : 978-3518188583
Format Type : Audio Book
Language : Deutsch
Publisher : Suhrkamp Verlag Auflage 5 25 April 2005
Number of Pages : 190 Seiten
File Size : 880 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

In der Sache J. Robert Oppenheimer: Schauspiel (Suhrkamp BasisBibliothek) Reviews

  • Sebastian
    2019-04-15 08:46

    In der Sache J. Robert Oppenheimer geht es um den Vater der Atombombe Oppenheimer, der während der McCarthy Ära seine Loyalität den USA gegenüber beweisen muss. Wie für das Genre des Dokumentartheater typisch stützt sich der Autor Kipphardt auf historische Quellen in diesem Fall 3000 Seiten FBI Bericht, vom Prozess gegen den Wissenschaftler. Wie schon Dürrenmatts "Die Physiker" oder auch Brechts "Leben des Galilei" beschäftigt sich das Buch vor allem mit der Verantwortung von Wissenschaftlern, in Bezug auf die (negativen) Folgen ihrer Forschungen für die Menschheit.Kipphardt versteht es den Prozess gut in Szene zu setzen und so sehr interessant zu gestalten. Desweiteren ist das Theaterstück wirklich sehr gut zu lesen, wer sich also für die Thematik interessiert kommt um dieses Buch nicht herum.Noch kurz etwas zu dieser Ausgabe. Wie von Suhrkamp Basis Bibliothek gewohnt ist der Materialteil sehr umfang- und hilfreich. Es finden sich unter anderem Biographien zum Autor und zu Oppenheimer, sowie Figurenkonstellationen, Deutungsansätze, etc.

  • Jesko Neubeck
    2019-04-04 04:53

    Qualität ist wie neu, allerdings war es die falsche Ausgabe . . . . . . . . . . .

  • Michael Koch
    2019-04-15 05:09

    Zu Zeiten des dräuenden Atomtods und der Aufarbeitung respektive Abrechnung mit der McCarthy-Ära war das Stück brisant, beliebt und ein Lehrstück: Kritik an der Sinnhaftigkeit der nuklearen Abschreckungsdoktrin, der Lauterkeit der Amerikaner und ihrer Demokratie und der Atomforschung als Wesensbestandteil des Militärisch-Industriellen Komplexes.Ein par Jahrzehnte weiter, die Welt ist keineswegs friedlicher noch vernünftiger geworden, spielt dieses Stück keine bedeutende Rolle mehr an den Bühnen und in den Bücherregalen. Der Systemgegensatz als Rüstungsursache scheint bereinigt (trotz erneut aufziehender dunkler Wolke aus Richtung Moskau) und neue Feinde und Unsicherheiten (Islam) mögen heute auf den ersten Blick nichts mit der Abschreckungsgedanken von einst zu tun zu haben.Gleichwohl bleibt das Stück aus vielerlei Gründen aktuell. Die Kernwaffenarsenale sind nach wie vor gut gefüllt und nun auf das eine und andere Land mehr verteilt. Die tumben Atombomben der 1950er bis 80er Jahre sind nun »intelligenten« Waffensystemen nuklearer Provenienz gewichen. Und nach wie vor basteln genügend Physiker unter der Leitung von Technokraten in Politik und Industrie an Massenvernichtungsinstrumenten. Und »Sicherheit« ist nach wie vor Thema und »Unthema« zugleich. Ja, die allgegenwärtige »Sicherheitsproblematik« bestimmt den Alltag der Politik in den westlichen Ländern, und auf dem Altar der »Sicherheit« drohen Freiheit, Liberalität und Demokratie geopfert zu werden. So klingt der Satz von Oppenheimer (S. 34) heute noch so aktuell wie vor vielen, vielen Jahren: »Ich weiß. Es gibt Leute, die bereit sind, die Freiheit zu schützen, bis nichts mehr von ihr übrig ist.«Das Stück, basierend auf den originalen (gekürzten) Vernehmungsprotokollen des Untersuchungsausschusses von 1954 sollte die politische Zuverlässigkeit des Physikers und Atombombenentwicklers Oppenheimer prüfen, ob dieser zukünftig an der Atomforschung der USA mitwirken könne. Vor allem die Oppenheimer gegenüber »kritischen Zeugen«, allen voran Edward Teller, sorgten für den Vertrauensentzug der US-Regierung gegenüber Oppenheimer (auch wenn er später rehabilitiert wurde) und für seine Demissionierung von allen Projekten atomarer Forschung.Zweifellos macht das Stück deutlich: Oppenheimer ist ein freundlicher Zeitgenosse, ein kluger Kopf, ein Intellektueller mit einer Schwäche für linkes Gedankengut von Freiheit und Gleichheit, ein netter Kerl, umgänglich und freundlich, hilfsbereit und verbindlich, gelegentlich recht witzig. Teller, vielleicht der Hauptzeuge der »Anklage«, dagegen: ein kühler Denker, kalter Krieger, autistisches Genie mit Gehabe und Hang zur Selbstüberschätzung, politisch einfach gestrickt aber wirkungsvoll, immer auf seine Vorteile aus, ein Denunziant.Kipphard gelingt es mühelos, dass das Publikum sich schnell mit dem sympathischen Oppenheimer solidarisiert und den Kotzbrocken Teller ablehnt. Aber Vorsicht. Hier wird das Publikum emotional genasführt und läst sich einnehmen. Oppenheimer ist und bleibt der Vater der Atombombe, der seinen Impetus zunächst aus einem quasi apolitischen Antinazismus erleiten mochte und dennoch die japanischen Abwurfziele auskundschaftete. Es war ihm klar, was er tat, und er tat um der Möglichkeit wegen das zu schaffen, was wissenschaftlich machbar und denkbar war. Eine törichte Einstellung? Ja, gewiss auch das. Aber vor allem eine selbstvergessene und egozentrische. Der kühle Teller hingegen, Vater der Wasserstoffbombe, war aus keinem anderen Holz geschnitzt. Nur, Teller machte sich nichts vor: Besser wir (die Amerikaner) als die anderen (die Russen). Das ist zwar eine schlichte Einstellung, aber immerhin die berechenbarere. Letztlich bleiben beide Kinder ihrer Forschung, Gefangene ihrer eigenen Wissenschaftshybris und Werkzeuge einer zwangslogischen und inhuman Militärpolitik.Ein wichtiges Buch und leicht lesbares Stück, das von seiner Bedeutung auch heute nichts eingebüsst hat. Unbedingt lesen!

  • Michael Koch
    2019-04-10 07:08

    Zu Zeiten des dräuenden Atomtods und der Aufarbeitung respektive Abrechnung mit der McCarthy-Ära war das Stück brisant, beliebt und ein Lehrstück: Kritik an der Sinnhaftigkeit der nuklearen Abschreckungsdoktrin, der Lauterkeit der Amerikaner und ihrer Demokratie und der Atomforschung als Wesensbestandteil des Militärisch-Industriellen Komplexes.Ein par Jahrzehnte weiter, die Welt ist keineswegs friedlicher noch vernünftiger geworden, spielt dieses Stück keine bedeutende Rolle mehr an den Bühnen und in den Bücherregalen. Der Systemgegensatz als Rüstungsursache scheint bereinigt (trotz erneut aufziehender dunkler Wolke aus Richtung Moskau) und neue Feinde und Unsicherheiten (Islam) mögen heute auf den ersten Blick nichts mit der Abschreckungsgedanken von einst zu tun zu haben.Gleichwohl bleibt das Stück aus vielerlei Gründen aktuell. Die Kernwaffenarsenale sind nach wie vor gut gefüllt und nun auf das eine und andere Land mehr verteilt. Die tumben Atombomben der 1950er bis 80er Jahre sind nun »intelligenten« Waffensystemen nuklearer Provenienz gewichen. Und nach wie vor basteln genügend Physiker unter der Leitung von Technokraten in Politik und Industrie an Massenvernichtungsinstrumenten. Und »Sicherheit« ist nach wie vor Thema und »Unthema« zugleich. Ja, die allgegenwärtige »Sicherheitsproblematik« bestimmt den Alltag der Politik in den westlichen Ländern, und auf dem Altar der »Sicherheit« drohen Freiheit, Liberalität und Demokratie geopfert zu werden. So klingt der Satz von Oppenheimer (S. 34) heute noch so aktuell wie vor vielen, vielen Jahren: »Ich weiß. Es gibt Leute, die bereit sind, die Freiheit zu schützen, bis nichts mehr von ihr übrig ist.«Das Stück, basierend auf den originalen (gekürzten) Vernehmungsprotokollen des Untersuchungsausschusses von 1954 sollte die politische Zuverlässigkeit des Physikers und Atombombenentwicklers Oppenheimer prüfen, ob dieser zukünftig an der Atomforschung der USA mitwirken könne. Vor allem die Oppenheimer gegenüber »kritischen Zeugen«, allen voran Edward Teller, sorgten für den Vertrauensentzug der US-Regierung gegenüber Oppenheimer (auch wenn er später rehabilitiert wurde) und für seine Demissionierung von allen Projekten atomarer Forschung.Zweifellos macht das Stück deutlich: Oppenheimer ist ein freundlicher Zeitgenosse, ein kluger Kopf, ein Intellektueller mit einer Schwäche für linkes Gedankengut von Freiheit und Gleichheit, ein netter Kerl, umgänglich und freundlich, hilfsbereit und verbindlich, gelegentlich recht witzig. Teller, vielleicht der Hauptzeuge der »Anklage«, dagegen: ein kühler Denker, kalter Krieger, autistisches Genie mit Gehabe und Hang zur Selbstüberschätzung, politisch einfach gestrickt aber wirkungsvoll, immer auf seine Vorteile aus, ein Denunziant.Kipphard gelingt es mühelos, dass das Publikum sich schnell mit dem sympathischen Oppenheimer solidarisiert und den Kotzbrocken Teller ablehnt. Aber Vorsicht. Hier wird das Publikum emotional genasführt und läst sich einnehmen. Oppenheimer ist und bleibt der Vater der Atombombe, der seinen Impetus zunächst aus einem quasi apolitischen Antinazismus erleiten mochte und dennoch die japanischen Abwurfziele auskundschaftete. Es war ihm klar, was er tat, und er tat um der Möglichkeit wegen das zu schaffen, was wissenschaftlich machbar und denkbar war. Eine törichte Einstellung? Ja, gewiss auch das. Aber vor allem eine selbstvergessene und egozentrische. Der kühle Teller hingegen, Vater der Wasserstoffbombe, war aus keinem anderen Holz geschnitzt. Nur, Teller machte sich nichts vor: Besser wir (die Amerikaner) als die anderen (die Russen). Das ist zwar eine schlichte Einstellung, aber immerhin die berechenbarere. Letztlich bleiben beide Kinder ihrer Forschung, Gefangene ihrer eigenen Wissenschaftshybris und Werkzeuge einer zwangslogischen und inhuman Militärpolitik.Ein wichtiges Buch und leicht lesbares Stück, das von seiner Bedeutung auch heute nichts eingebüsst hat. Unbedingt lesen!