Read Raubtier Mensch: Die Illusion des Fortschritts by John Gray Online

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Die Moderne erz hlt sich selbst ihre Geschichte immer wieder Seit die Religion berwunden ist, glaubt die angeblich aufgekl rte, humane, liberale Menschheit an den Fortschritt Sie glaubt an Ver nderung, an ihre Vervollkommnung und ihre G te Mit dem Aufkommen der modernen Wissenschaft weitete sich der Blick eine Verbesserung schien jederzeit m glich Das wachsende Wissen erm glichte es dem Menschen, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, so das Credo des liberalen Humanismus Ihn und alle Fortschrittsphantasien unterzieht John Gray in seiner Tour dHorizon einer grandiosen wie vernichtenden Kritik....

Title : Raubtier Mensch: Die Illusion des Fortschritts
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ISBN : 3608948848
ISBN13 : 978-3608948844
Format Type : Other Book
Language : Deutsch
Publisher : Klett Cotta Auflage 1., 21 Februar 2015
Number of Pages : 497 Pages
File Size : 978 KB
Status : Available For Download
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Raubtier Mensch: Die Illusion des Fortschritts Reviews

  • anneliese hofmann
    2019-04-06 10:59

    JA , das sind wir auch. Die anbetung des fortschritts lenkt die menschen von sich selber ab. Fortschreiten können wir eigentlich nur beim bau der artefakte. Als tier -mensch können wir nur unsere genuinen möglichkeiten entfalten, wenn es die bescheuerten soziologen und pädagogen zulassen.

  • M. Lehmann-Pape
    2019-04-09 10:51

    Eine Orientierung im Buch stellt sich während der Lektüre als gar nicht so einfach heraus, wie vielleicht zuvor vom griffigen Titel des Buches her gedacht.Denn in jene assoziierte Richtung einer Betrachtung und Reflexion der reinen „Instinktsteuerung“ aus alten Zeiten der Evolution heraus noch führen die Gedanken Grays zwar auch, dies aber eher hintergründig denn vordergründig.Auf den ersten Anschein her wirken Grays Einlassungen eher als assoziativ gesteuert, weniger als strukturiertes Sachbuch, mehr wie ein Monolog, in dem ein Gedanke den nächsten anreizt und vor sich hin fließen lässt.Seien es Betrachtungen zum „Fortschrittsglauben“, seien es Exkurse in die Literatur, sei es eine Betrachtung (und Gegenüberstellung und scharfe, wertende Abgrenzung) der Grundanliegen von Freud und Jung, sei es eine mäandernde Reflexion der „Stille“, die der Mensch flieht, in vielen Gedankenabschnitten wendet sich Gray im Gesamten seinem Grundthemen zu: Der kritischen Widerlegung des Humanismus, der humanistischen Ideale.Am klarsten wird hierbei der Kern seines Anliegens in seiner differenzierten und ausführlichen Darlegung des Denkens Freud (wie Gray ihn versteht).„Eine bestimme Art von Resignation bildet den Kern von Freuds Ethik“. Verstanden nicht im Sinne eines „sich Ergebens“ gegenüber der Welt (die dennoch am Ende mit ihrem langsamen Mahlwerk immer „siegen“ wird), sondern als innere Akzeptanz des Fehlens einer höheren Ordnung, „die Tatsache, das letztendliche Chaos zu akzeptieren“.Es gibt, nach Freud, keine „letztendliche Erlösung“, keine höhere Macht und keinen „tieferen Sinn“ des menschlichen Lebens, keine wahre Selbstbestimmung und, im Rückschluss, damit auch keinen stringenten „Fortschritt“ in der inneren Entwicklung der Menschheit.Wie Gray dann auch darauf hinweist, dass die Grundthemen der Politik und der Kultur was Krieg, Grausamkeit, Überlebenswille und Egoismus angehen vor hunderten und tausenden von Jahren letztlich die gleichen waren, wie sie es heute sind.„Das menschliche Leben betrachtet er als eine gewundene Straße in den Tod. Doch bis wir das Ziel erreichen, stehen wir in einem Kampf“, so zitiert Gray Freud und so legt auch eher den reinen Willen zum Überleben aus, den er als Fakt menschlichen Seins postuliert, über den nichts hinausgeht. In Abgrenzung der humanistischen Idee der „inneren Entwicklung“ durch Bildung und der antiken Philosophie der Entwicklung durch Weisheit und im scharfen Widerspruch zum gegenwärtigen Denken, der Mensch sei „mehr und mehr“ Herr seines Lebens und der Verstand die bestimmende Instanz seiner Handlungen.Denn „nicht das Bewusstsein bestimmt das menschliche Leben“, sondern das Unbewusste, Unterbewusste, das „Es“ oder, in Anlehnung an Schopenhauer, der „unbewusste Wille“ .Sei es der Glaube an Finanzsysteme, der Mythos eines „amerikanischen Traums“, die Fiktion von der stetigen „Verbesserung“ der eigenen Person, all das „entzaubert“ Gray wortreich und führt, ganz am Ende, hin zu einer Anregung zur „gottlosen Kontemplation“. Nur das „reine Sein“ mit auch seiner Stille ist es, was das Leben dem Menschen zu bieten hat.Jenem Menschen, der keine echte geistige Veränderung seit Anbeginn der Zeit erfahren hat und für den auch keine zu erwarten ist.In ganz eigener auch sprachlicher Atmosphäre ein nicht einfach zu lesendes und, in vielen Bereichen, nicht einfach zu ertragendes Buch, in dem Gray dennoch leidenschaftslos seinen Finger auf offene und schwärende Wunden menschlicher Fiktionen und Illusionen legt. Im Rahmen einer ernstzunehmenden Widerlegung des Ideals des „menschlichen Fortschritts“.

  • S.A.W.
    2019-04-19 08:48

    ...sind wir, die Menschen. Seit 1,8 Millionen Jahren bringen wir alles um, was unsere Speere, Pfeile oder Gewehre kreuzt. Dass der Mensch zum Raubtier mutierte, war der Natur kein Problem, denn Raubtiere sind ein wichtiger Bestandteil der Evolution. Räuber und Beutetiere brauchen einander, die einen um satt zu werden, die anderen um bessere Laufmuskeln zu entwickeln. In Wahrheit sind die Räuber mehr von den Beutetieren abhängig als umgekehrt. Keine Gazellen, keine Löwen. Geht die Zahl der Huftiere zurück, verhungern die Löwen ganz schnell. Sie können sich also nur eine sehr begrenzte Zahl an Jungtieren leisten, denn sie wissen nie, ob sie diese durchfüttern werden. Dieses Problem lösen männliche Löwen und Tiger elegant. Die Jungen von Konkurrenten werden gnadenlos totgebissen, sobald man einen Harem hübscher Weibchen übernimmt. Kindsmord ist also keine menschliche Erfindung, sondern bei allen Raubtieren üblich, weil die Zahl der Raubtiere immer so klein gehalten werden muss, dass die Überlebenden ihre Nahrungsbasis nicht ausrotten. Auch dieser Killerinstinkt steckt in unseren Genen. Aller Moral zum Trotz haben Kinder von Feinden wenig Chancen. Wenn sie nicht als Kollateralschaden zu Tode kommen, lässt man sie eingehen oder eliminiert sie systematisch, damit sie nicht zu Kämpfern heranwachsen können. Der Kindsmord zu Bethlehem ist dafür ein beredtes Beispiel, König Herodes aber ist keineswegs der Erfinder der Ausrottung der gegnerischen Brut.Wie wir wissen, geriet die menschliche Entwicklung allmählich aus dem Ruder. Schuld daran ist unser Extremorgan, das Gehirn. Extremorgane sind nichts Neues, sie entstehen immer dann, wenn eine Gattung sehr erfolgreich ist. Hirsche entwickeln größere Geweihe, Elefanten längere Stoßzähne, Säbelzahntiger längere Reißzähne – was immer Erfolg bei der Nahrungsaufnahme oder beim Beeindrucken der Weibchen verspricht, wird im Lauf der Evolution länger, stärker, effizienter. Das hat die „Survival of the Fittest“ so an sich. Das geht so lange gut, bis das Extremorgan zu groß geworden ist. Irgendwann waren die Geweihe der Riesenhirsche so riesig, dass diese im Wald stecken blieben – deswegen gibt es sie heute nicht mehr. Den Säbelzahntigern erging es wahrscheinlich ähnlich – versuchen Sie doch mal, mit zwei gigantischen Dolchen im Mund zu kauen! Nicht jeder Mensch hat das Zeug zum Säbelschlucker und auch die tricksen nur. Selbst wenn ein Extremorgan überaus erfolgreich ist, bringt es seinen Träger um, wenn der damit seine Beutetiere ausrottet. Steine kann man nicht essen und Dolche schon gar nicht.In diese Falle ist die Menschheit fortlaufend getappt. Mammuts, Riesenfaultiere, Bisons, Wisents, Moas – die Liste der von uns ausgerotteten Tiere ist lang.Das Extremorgan Gehirn hat aber eine für die Natur besonders gefährliche Eigenschaft. Es passt sich extrem schnell an solche Engpässe an. Wenn eine Nahrungsbasis wegbricht, kein Problem – wir nehmen einfach die nächste Tierart ins Gebet. Tiere gibt es schließlich genug, solange der Mensch immer neue Waffen erfindet. Zumindest bis heute, wo der Mensch die gesamte Biosphäre zur Nahrungsbasis erklärt hat. Dass alle Lebewesen des Planeten auf einmal ausgerottet werden ist ein Fall, den die Evolution nicht vorgesehen hat. Oder vielleicht doch. Denn mit der Ausrottung der Beutetiere verschwindet auch das Raubtier – in diesem Fall blöderweise wir, die Menschen.Grays Buch ist ein Menetekel: Wenn wir nicht bald aufwachen, ist es für uns zu spät. Die anderen Tiere hingegen werden aufatmen.Opelt R, Autor von "2100. Die neue Welt