Read Die liberale Illusion: Warum wir einen linken Realismus brauchen by Nils Heisterhagen Online

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Die SPD steht mit dem R cken zur Wand Sie wirkt wie gel hmt durch das Beharren auf der Politik der Neuen Mitte und des Dritten Weges , mit der sie in den 2000er Jahren zuletzt Wahlerfolge erringen konnte Nils Heisterhagen, SPD Grundsatzreferent, analysiert, wie die Verbindung aus konomischem Neoliberalismus und postmoderner Gesellschaftspolitik seit den 2000er Jahren die angestammte W hlerschaft der SPD immer weiter zur cklie Er deckt den selbstzufriedenen Illusionismus einer liberalen Elite auf, die heute konservativ geworden ist Und er fordert Es ist Zeit f r einen neuen linken Realismus Der nicht wegschaut und nichts besch nigt, sondern L sungen findet zur Euro Krise, zur sozialen Ungleichheit, zur Integration von Fl chtlingen Der nicht den Status quo verwaltet, sondern radikale Grundsatzfragen stellt Heisterhagen ruft daher zu einem neuen linken Aufbruch auf Kommt dieser nicht, so bef rchtet er, st rkt das nur die Rechtspopulisten....

Title : Die liberale Illusion: Warum wir einen linken Realismus brauchen
Author :
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ISBN : 9783801205317
ISBN13 : 978-3801205317
Format Type : Paperback
Language : Deutsch
Publisher : Dietz, J H 14 Mai 2018
Number of Pages : 352 Seiten
File Size : 991 KB
Status : Available For Download
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Die liberale Illusion: Warum wir einen linken Realismus brauchen Reviews

  • Gerhard Günther
    2019-04-17 07:55

    Dr. Nils Heisterhagen ist / war Grundsatzreferent bei der SPD-Fraktion in Rheinland-Pfalz bzw. bei der IG Metall, nach Studium von VWL und Politikwissenschaft hat er im Fach Philosophie über "Existenziellen Republikanismus" promoviert, so nach den Angaben des Progressiven Zentrums. Entsprechend sind Niveau und Sprache der über 300-seitigen Streitschrift mit 461 Fuß- bzw. Endnoten.Diese biografischen Angaben zum Autor sind m.E. notwendig, um sein zentrales Anliegen zu verstehen: Mit seiner harten Kritik an der liberal-postmodernen Elite und deren Weltbild und Werten beklagt er vor allem deren Realitätsverweigerung:Zuviel Moral, zuviel Political Correctness, zuviel Neoliberalismus, aber zu wenig Systemkritik und vor allem das Ausblenden der sozialen Frage.Notwendig ist ein neuer Realismus, ein systemkritischer Populismus mit dem politischen Schwerpunkt der Sozialen Frage bzw. Sozialer Gerechtigkeit, um die SPD als linke Partei zu erhalten. Mit der Realitätsverweigerung in der Migrationsfrage müsse Schluss sein (Kapitel 7), dies bedeute aber keine Renationalisierung. "Mehr Nationalstaat sollte nicht mehr Nationalismus bedeuten." (S. 111)In den Kapiteln 2-9 werden in unterschiedlichen Umfang eher soziale oder ökonomische Themen angesprochen (Armut-Reichtum, Lebenschancenlüge, Neoliberalismus hemmt Wachstum, Technischer Fortschritt, Digitalisierung usw.)Die folgenden Kapitel bieten dann eher eine Kultur-, Zivilisations- und Medienkritik auf teilweise philosophischer Grundlage.Kap. 14-16 greifen dann kurz Europapolitik und Umweltschutz auf.Parteipolitisch am interessantesten - auch im Hinblick auf eine "linke Sammlungsbewegung" sind die Kap. 13 (Zukunft der SPD im 21. Jahrhundert), Kap. 17 (Für einen Populismus der Liebe und der Freiheit) und das vierzigseitige Nachwort (S. 271-312).An manchen Stellen ist die Sympathie von Heisterhagen für S. Gabriel und S. Wagenknecht zu entdecken, die Grünen werden mehr mehrheitlich als Kulturlinke und Kosmopoliten mit Realitätsverweigerung sehr kritisch gesehen. Gleiches gilt für den Kipping-Flügel der Linken, Auch werden die Positionen zur internationalen Politik und vor allem zu UNO- und Militäreinsätzen als nicht vereinbar mit SPD-Positionen gesehen.Bei anderen inhaltlichen Positionen sieht Heisterhagen eine gemeinsame Basis, wie dies z.B. bei A. Nölke in seinem Buch "Linkspopulär" skizziert hat.Notwendig ist nach Heisterhagen, dass eine linke Sammlungsbewegung (S. 295) auch die Sicherheitsbedürfnisse der "kleinen Leute" in der "Abstiegsgesellschaft" (N. Nachtwey) anspricht. Gelingt es nicht, die "linke Repräsentationslücke im Parteiensystem" (vgl. Ausführungen von Nölke) zu füllen, drohe, dass die AFD mit dem Höcke-Flügel sowohl der SPD, als auch der Linkspartei die traditionelle Arbeiterwählerschaft abwerben könnte, was auch das Ende der SPD als traditioneller Volkspartei wäre.Fazit: Nils Heisterhagens Streitschrift enthält viele bedenkenswerte Argumente, "warum wir einen linken Realismus brauchen". (Untertitel)Interessant ist auch seine Analyse bzw. Beurteilung der Parteien hinsichtlich der Chancen einer linken Sammlungsbewegung, wobei die Aussicht nicht gerade erfolgreich erscheint. Bei SPD, Linken und Grünen dürfte sich allenfalls eine Minderheit für eine linke Sammlungsbewegung gewinnen lassen, der Erfolg Macrons in Frankreich (S. 262ff) ist auch teilweise durch das Wahlsystem bedingt.Herausfordernd ist die enthaltene Kultur- und Wertekritik und auch Mediienkritik der postmodernen Gesellschaft.Was mich stört sind Wiederholungen, Sprachstil und etwas viel Philosophie bzw, gefühlsmäßige esoterische Anklänge und harte Polemik. Wenn er häufig den Realitätsverlust oder gar die Realitätsverweigerung der neoliberalen Elite kritisiert, wäre es angemessen seine Position faktenreicher zu untermauern. Auch wenn er selbst sein Buch als "Streitschrift" oder "Pamphlet" bezeichnet, so würde eine präzisere und strukturierte Darstellung die Überzeugungskraft für Leser erhöhen. Wenn man wie Heisterhagen einen neuen Realismus fordert, wäre m.E. eine stärker objektive Darstellung angebracht. Heisterhagen verweist häufig auf seine früheren Publikationen oder Artikel im Tagesspiegel, Cicero u.a.., das deutet daraufhin, dass dem Buch keine Gesamtkonzeption zugrunde liegt. Das Ergebnis des Schreibprozesses scheint den Autor selbst überrascht zu haben (vgl. Beginn des Nachworts auf Seite 271) Unangemessen finde ich auch, wenn sich Heisterhagen im Schlusskapitel auf mehreren Seiten (S. 260ff) exemplarisch mit einem Vortrag der ZEIT-Journalistin Ronja von Rönne auseinandersetzt.Insgesamt ist dieses Buch aber eine glaubwürdige und selbstkritische Darstellung seiner Position, seiner berechtigten Sorgen um die Zukunft einer linken SPD, die nach den überraschenden Erfolgen von Brexit, Trump und AFD ihre strategische Ausrichtung überprüfen sollte. Offene Fragen bleiben, aber Heisterhagen meint. "Am Ende hatte das Buch aber sicherlich auch parteistrategischen Wert." (S. 310) Dabei wird im Buch kaum angesprochen, ob der erneute - umstrittene - Eintritt in die aktuelle große Koalition hilfreich und sinnvoll ist. Heisterhagen geht es nicht um aktuelle Tages- oder Koalitionspolitik, sondern um eine längerfristige Perspektive der linken Parteien und nicht zuletzt um eine kritische Beschreibung der gesellschaftspolitischen Werte und Strömungen in der postmodernen Gesellschaft.

  • StadtFritze
    2019-03-31 00:48

    Würde mir sehr wünschen, dass Herr Heisterhagen eine größere Rolle in der SPD spielt. Derzeit ist die Partei für mich nicht wählbar.