Read Ravel: Roman by Jean Echenoz Online

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Mit 60 Hemden, 20 Paar Schuhen und 75 Krawatten reist Maurice Ravel 1928 auf dem Transatlantikdampfer France nach New York Vier Monate bespielt er die ber hmtesten Konzerthallen Amerikas, feiert mit Gershwin Geburtstag, besucht Chaplin in Hollywood und kehrt nach Frankreich zur ck In Luxusz gen setzt er seine Reisen fort, raucht viel, schl ft schlecht, komponiert en passant den Bol ro und f r Paul Wittgenstein das Konzert F r die linke Hand.Mond n sind die Empf nge, die man ihm bereitet, doch bleibt der kauzige Dandy immer f r sich, bis ihm die Welt aus den Fugen ger t....

Title : Ravel: Roman
Author :
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ISBN : 3833305568
ISBN13 : 978-3833305566
Format Type : Kindle Edition
Language : Deutsch
Publisher : Berlin Verlag Taschenbuch 20 September 2008
Number of Pages : 112 Seiten
File Size : 779 KB
Status : Available For Download
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Ravel: Roman Reviews

  • Jens Martin
    2019-01-23 15:24

    Dieses ist bereits das zweite Buch von Jean Echenoz, das ich innerhalb weniger Wochen gelesen habe. Wie auch bei seinem Buch über den Wunderläufer Emil Zatopek steht in diesem Roman eine einzige Person im Mittelpunkt, nämlich der französische Komponist Maurice Ravel (1875-1937), der nicht nur durch sein berühmtes Werk "Bolero" auch heute noch sehr bekannt und von einer breiten Öffentlichkeit geschätzt wird. Echenoz geht in diesen kaum mehr als 100 Seiten umfassenden Büchlein auch sehr stark auf die Schwächen des Künstlers ein; seine Eitelkeiten wirken auf den Leser sehr vertraut. Der Roman schildert eine Überfahrt Ravels mit dem Luxusliner "France" nach New York. Dort in der neuen Welt macht er eine ausgiebige Tournee und wird überall begeistert empfangen und bejubelt. Ungewöhnlich ist die Art der Formulierungen von Echenoz. So schreibt er in der Gegenwartsform, was den Leser noch ein wenig näher an das Geschehen herankommen lässt. Auch wenn vieles sicherlich nicht den Tatsachen entspricht, bekommt man einen Ausschnitt aus dem Leben eines Komponisten mit, dessen Wirken noch heute vielfach beachtet wird. Ich selbst werde mir nun, durch diesen Roman angeregt, das Klavierkonzert für die linke Hand, welches er für den kriegsversehrten Paul Wittgenstein geschrieben hat, noch einmal genauer anhören. Wer dieses Buch liest, sollte sowieso zeitgleich immer mal das musikalische Werk Ravels im Ohr vernehmen. Es lohnt sich, genau wie dieses kleine Buch.

  • Sunflower
    2019-01-24 17:26

    Die letzten zehn Lebensjahre des weltberühmten französischen Komponisten Maurice Ravel und sein Meisterwerk der "Boléro" hat Jean Echenoz in seinem Buch "Ravel" festgehalten oder besser gesagt: wunderbar elegant, lebendig und feinfühlig darüber geplaudert...Detailreich beschreib Echenoz den Stil und die Atmosphäre der Jahre um 1930 - zeitgenössische Autos, Eisenbahnlinien, Luxusdampfer oder Anzüge, aber vor allem die Macken, Vorlieben und die Lebensart des Künstlers: "Liebhaber blutigen Fleisches", "24 Stunden von 24 wie geleckt" gekleidet, vornehmlich mit Lackschuhen - obwohl er nur einen Meter einundsechzig groß war und nur ganze 45 Kilo wog.Wir lernen ihn in der Badewanne kennen, die er am liebsten nicht verlassen will, weil beim Aussteigen immer das Risiko besteht, sich "am Wannenrand den Schritt zu prellen". Aber es muss halt sein, man will ja nach Amerika.In den vier Monaten in Amerika sammelt der blasierte Franzose Konzerttriumphe, langweilt sich bei Gesellschaften der Reichen und Musikbegeisterten und leidet am schlechten Essen. Aber diese Reise brachte ihn schließlich auf den Gipfel seines Schaffens, seiner Berühmtheit und Beliebtheit. Nun teilte er sich mit Strawinsky "die Rolle des meist geachteten Musikers der Welt".Auch nach seiner Rückkehr ebbt der Erfolg nicht ab, nicht zuletzt durch seinen weltberühmten "Boléro".Die andere Seite dieser modernen Halt- und Rastlosigkeit dürfte die Langeweile sein, die ihn immer wieder befällt.Ein paar Jahre später wird es jedoch ruhig um ihn. Ravel leidet an einer Gehirnerkrankung, sein Körper gehorcht ihm nicht mehr, das Gedächtnis setzt aus. Im Dezember 1937 wird ihm von einem berühmten Chirurgen der Schädel geöffnet. Wenige Tage darauf stirbt er.Äußerst lebendig und exakt stellt Echenoz dem Leser diesen Lebensabschnitt Ravels dar. Jedoch statt "Ikonographie" zu betreiben, erschafft Echenoz auf meisterhafte Art eine eigenständige Figur: Einen berühmten und beliebten Komponisten, der die Gründe für seinen Ruhm eigentlich nie begreift.Im Grunde handelt der Roman vom Spannungsverhältnis zwischen Öffentlichkeit und Kunst.Auch sprachlich ist dieses Buch ein Vergnügen. Da ist kein Wort zuviel, aber dennoch kann man sich genau einfühlen und sogar Verständnis für die ausgeprägten Marotten der Figur entwickeln.Fazit:Ein wunderbarer Zeitvertreib und ein außerordentlich kurzweiliges Lesevergnügen ist dieser kleine Roman, der die Überempfindlichkeit eines einsamen Genies zeigt, mal schnoddrig, mal overdressed wie sein Held, aber stets kultiviert.Das Ravel-Büchlein schmiegt sich zudem ganz virtuos der Musik an. Es beginnt ganz langsam, nimmt Fahrt auf und gerät am Ende in einen wahren Geschwindigkeitsrausch - ganz wie der "Boléro".Echenoz' "Biofiction" steckt von der ersten bis zur letzten Zeile voller feinster Literatur.Lesen Sie dieses 100seitige Büchlein am besten mit der Musik des wunderbaren "Boléro" im Hintergrund.

  • wörtlich
    2019-02-22 15:31

    Den Kunstgriff, aus biographischen Eckdaten, bzw. aus einem biographischen Ausschnitt eine literarische Erzählung zu machen, haben schon andere Autoren angewandt. Ihn zu beherrschen gelingt nur wenigen. Jean Echenoz Erzählung über den französischen Komponisten Maurice Ravel hält ein konstant literarisch hohes Niveau, bleibt aber dennoch im Ungefähren.Ravel bleibt dem Leser auch nach der Lektüre dieser Skizze ein Fremder.Echenoz wählt für sein gelungenes Experiment die letzten zehn Lebensjahre des französischen Komponisten. Die Handlung setzt in den letzten Tagen des Jahres 1927 ein, Ravel trifft letzte Reisevorbereitungen für eine Amerika-Reise, die zum Triumphzug wird.Die Überfahrt auf einem Luxusdampfer wird minutiös und detailgetreu beschrieben, eindrücklich bleibt mir vor allem eine Szene, in der der Kapitän Ravel eine Freude machen möchte und eine Komposition von ihm spielt. Ravel windet sich vor Ärger, macht aber doch gute Miene zum vermeintlich bösen - besser schlechten - Spiel.Die vier Monate lange Reise, in der Auftritt Auftritt folgt, Ravel vielen Berühmtheiten vorgestellt wird, seine Lust und zugleich sein Überdruss gegenüber allem Schönen und die Jahre danach, die schließlich in geistiger Umnachtung und einem grausigen Tod enden, beschreibt Echenoz leichtfüssig-elegant.Wie Colum MacCann in seinem grandiosen Buch "Der Tänzer" - einem Roman über den Ballettkünstler Nurejev - ist Echenoz ein kühler, manchmal fast unbeteiligt wirkender Erzähler. Aber immer dann, wenn man es nicht vermutet, gelingen ihm so anrührend zarte Schilderungen, dass Ravel für einen flüchtigen Moment ganz nahe kommt, um dann wieder in einer Aura aus Unnahbarkeit zu entschwinden.Ein interessantes Buch!

  • Yogi62
    2019-01-26 11:28

    kein weiterer Kommentar. Auch hier: die unsinnige Mindestwortzahl, so dass ich mir hier irgendwas Blödes aus den Fingern ziehen muss!