Read Domitian. Der römische Kaiser und seine Zeit by Ute Schall Online

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Der r mische Kaiser Titus Flavius Domitianus 81 96 n Chr wird selbst von der strengen Wissenschaft in einem Atemzug mit den gr ten Despoten der Weltgeschichte genannt Von fr her Jugend an f hlte sich Domitian seinem lteren Bruder Titus hintangesetzt Er litt an Minderwertigkeitskomplexen, die erst seine eigene Thronbesteigung nach dem Tod des Bruders dem er nach allgemeiner Ansicht nachgeholfen habe vor bergehend kompensierte Die berraschenden Z ge seines Wesens k nnten gegens tzlicher kaum sein Sanftmut mischte sich mit beispielloser Grausamkeit, er war launenhaft, aufbrausend und sch chtern zugleich, von fast kindlicher Naivit t und doch auch von messerscharfem Verstand, schon als J ngling von gro er Sehnsucht getragen und einem schier z gellosen Ehrgeiz gepr gt.Zu Domitians bleibenden Verdiensten um das R mische Reich z hlen die Einverleibung des Gebiets der Chatten und die Anlage des Obergermanischen Limes Ute Schall n hert sich mit dieser Biografie dem R tsel Domitian, seiner Kindheit und Jugend, die ganz im Schatten seines Bruders standen, dem lange ersehnten Aufstieg zur Macht und der allm hlichen Entdeckung der M glichkeiten, die sie ihrem Besitzer bietet, bis hin zu seinem tragischen Ende....

Title : Domitian. Der römische Kaiser und seine Zeit
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ISBN : 9783862820337
ISBN13 : 978-3862820337
Format Type : Hardcover
Language : Deutsch
Publisher : Acabus Verlag Auflage 1 31 Juli 2011
Number of Pages : 320 Seiten
File Size : 587 KB
Status : Available For Download
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Domitian. Der römische Kaiser und seine Zeit Reviews

  • Mario Pf.
    2019-01-31 09:59

    Schon die Zeitgenossen haben Domitian einst in eine Reihe mit den bis dahin tyrannischsten Augusti Caligula und Nero gestellt. Doch genau wie die beiden prominenten Vertreter des Caesarenwahns im julisch-claudischen Kaiserhaus ist auch der Flavier Domitian ein Produkt der Umstände unter denen er zur Macht gelangt ist. Während ein Caligula von seiner hochwohlgeborenen Herkunft und ein Nero durch seine überehrgeizige Mutter "verdorben" wurden war es bei Domitian der schwer auf ihm liegende Schatten des allmächtig erscheinenden Vaters Vespasian und seines bevorzugten älteren Bruders Titus.Dass sich Ute Schall nach ihrer Herodes-Biografie Domitians angenommen hat ist zum Teil überraschend, war es doch vor allem Domitians Bruder Titus der sich durch den Jüdischen Krieg mit Blut in den Geschichtsbüchern eingetragen und eine Affäre mit der Schwester (Berenike) des letzten Königs der Herodäer-Dynastie (Herodes Agrippa II.) einging. Doch Titus herrschte nur kurz und vor allem in einer Zeit der Katastrophen (mit dem Untergang Pompejis) höchst unglücklich. Was folgte war das Schreckensregime seines Bruders, der schließlich erst nach 15 Jahren einer Palastrevolte zum Opfer fallen und den Adoptivkaisern des zweiten Jahrhunderts den Weg ebnen sollte. Am Ende waren es nicht die Söhne der Verbannten und Ermordeten sondern eigentlich loyale Senatoren, die seinen sich verfinsternden Geist und Gemütsschwankungen nicht länger ertragen konnten.Am 24. Oktober 51 (nach Christus oder 803 ad urbe condita) geboren sollte Titus Flavius Domitianus entgegen aller Erwartungen von 81 bis 96 als Augustus fungieren und das Ende der flavischen Dynastie besiegeln, die am Ende des Dreikaiserjahres 69 zur Macht und Nachfolge der Julio-Claudier gelangt war. Wer schon frühere Werke Schalls kennt der weiß dass die Biografin selbstverständlich auch ausführlich auf diese Vorgeschichte, den Aufstieg der Flavier, eingeht und in der Folge das gesamte Vorfeld der "Schreckensherrschaft" Domitians klärt. Interessant ist dabei natürlich wie sich Schall gegenüber den Vorgängern Domitians positioniert, besonders Claudius erfährt von ihr eine Würdigung als verkannter Wohltäter am Kaiserthron, während dessen Nachfolger Nero (über seine ehrgeizige Mutter Aggripinia hat Schall einen biografischen Roman verfasst) in den üblichen dunklen Farben ausgemalt wird. Das Dreikaiserjahr wird allerdings nur sehr kurz abgehandelt, es sollen ja die Flavier und nicht das Reich im Fokus stehen.Die Aufgabe derer sich die vorliegende Domitian-Biografie stellt ist der ehrgeizige Versuch das Bild eines tyrannischen Domitians zurechtzurücken bzw. soweit möglich menschlich verständlich zu machen. Es geht um das Drama hinter Aufstieg und Fall des letzten flavischen Kaisers. Ganz von der antiken Stilisierung als pessimus princeps kann Schall den Porträtierten nicht befreien, aber seine Herabwürdigung durch die traianische Geschichtsschreibung, die auf die Gegensätzlichkeit der beiden Herrscher beharrte wird einigermaßen relativiert. Vor allem den gegenüber Domitian als glänzend hingestellten Titus, der genau wie sein Bruder ursprünglich auf keine hohe Abkunft zurückblicken konnte, belegt Schall als jemanden der als jüngerer Privatmann durchaus ein verschwenderisches Verhalten an den Tag legte. Selbst als Feldherr sollte Titus Karriere dann durch die Affäre mit der jüdischen Prinzessin Berenike überschattet bleiben, ungeachtet der Grauen des jüdischen Krieges. Die erste Hälfte von Schalls Domitian-Biografie gilt dem Aufbau der Lebensgeschichte, die sie eigentlich erzählen will. Der Aufstieg der Flavier, die Leben Vespasians und vor allem Titus, sie stehen zuerst einmal im Mittelpunkt, ehe Domitian als Hauptakteur die Bühne betreten darf.Immanent bei Schalls Darstellung des letzten Flaviers ist die psychologische Porträtierung als jemanden an dem die archetypisch anmutende Stellung als "kleiner Bruder" nicht spurlos vorbeigezogen ist. Viel von seinem Verhalten lässt sich vor diesem Hintergrund als plausibel betrachten. Domitian als der nicht zur Herrschaft bestimmte, gegenüber dem erfolgreichen Feldherrn und Vaterlieblings Titus stets zurückstehende. Doch gerade Domitians spätere Versuche diesen "Liebesmangel" von Seiten des Vaters durch ein Streben nach Vergöttlichung zu kompensieren interpretiert Schall als etwas das auf Domitians Verehrung des Griechischen und damit auch hellenistischer Herrschaftspraxis zurückzuführen ist. Der Entzug väterlicher Anerkennung und seine relativ freie Erziehung (die Mutter verstorben, die Stiefmutter konnte mit dem Jungen auch nicht umgehen) dürften aber durchaus dazu beigetragen haben, dass sich Domitian zeitlebens höchst verkannt vorkam. Seine Persönlichkeit sollte sich daher "ungezügelt" und gefährlich entwickelt haben, "verzogen" war er dabei wohl auch noch.Doch gerade die Ablehnung des Bruders und der unerreichbare Vater dürften bei Domitian als Herrscher die Setzung interessanter Aspekte bewirkt haben. War Vespasian noch jemand der Geldgeschenken gegenüber sehr aufgeschlossen und freizügig war, führte Domitian den Kampf gegen die römische Korruption mit bis dahin ungeahnter Härte. Selbst Kritiker mussten ihm das zugutehalten, so korruptionsfrei wie unter seiner Herrschaft waren die römischen Gerichte schon lange nicht mehr. Womöglich aus diesem Kampf gegen die Korruption dürften aber auch manche Senatoren und Höflinge ihr gutes Leben bedroht gesehen haben und sich erklären lassen was möglicherweise auf der anderen Seite der Medaille der überlieferten Willkürherrschaft Domitians für seinen Sturz verantwortlich war. Dass ihm sein Charakter schlussendlich zum Verhängnis wurde mag auch an seinem persönlichen Schicksalsschlägen gelegen sein. Kinderlos geblieben, hatte er damit zu ringen, dass ihm seine eigene Frau fremdging und er selbst auf dem Höhepunkt der Macht schlussendlich nie jene Anerkennung erringen konnte, die er seit seiner Kindheit vermisste, mit der Titus aber überschüttet wurde.Ute Schall betont in ihrer Biografie Domitians vor allem Kontinuitäten, sie hebt die Ära Domitians nur bedingt heraus und folgt einem Faible dafür gerne auch die weiteren und bisherigen Lebenswege von Zeitgenossen darzustellen. Gerne auch, wie es im Falle Suetons irritieren kann, indem sie beständig deren Namen in Langfassung (etwa Suetonius Tranquillus) nennt. Fast meint man die Konzentration auf das Drumherum würde dem Zweck dienen ein wenig die dürftige Quellenlage zur flavischen Ära kaschieren zu müssen. Allerdings ist es manch anderen Autoren wie des Althistorikers Karl Strobel (der 2010 eine Traian-Biografie vorgelegt hat die sich auch sehr ausführlich mit Domitian auseinandersetzt) durchaus gelungen sich pointierter mit der Ära Domitians auseinanderzusetzen. Natürlich der schließlich ganz auf Domitian gemünzten Abschnitt setzt sich mit unter dessen Herrschaft entstandenen Bauwerken, dem kulturellen Leben, Herrschaftskult, den Entwicklungen an den Grenzen und in den Provinzen (unter Domitian wurde Africa definitiv römisch) sowie dessen Kriegsführung (hier betont Schall etwa die Kontinuität der Dakerkrieg zu Traian) auseinander, doch es bleibt nicht selten das schleichende Gefühl zurück dass der porträtierte Kaiser eigentlich nur eine Nebenrolle in der ihm gewidmeten Biografie einnimmt.Fazit:Nicht unbedingt die radikalste Parteinahme für Domitian, sondern eher ein besonnener Versuch ein objektiveres Domitian-Bild zu zeichnen, als es bisher lange tradiert wurde.[Diese Rezension basiert auf einem kostenfreien Rezensionsexemplar]

  • geofrosch
    2019-01-30 10:55

    Wieder einmal gibt es ein Buch über Domitian und wieder einmal werden unvoreingenommen die schriftlichen Quellen der Antike übernommen. Besonders Cassius Dio, der am Anfang des 3. Jh. nach Christi schrieb, hinterließ in seiner römischen Geschichte (Buch 67.9 1-6) eine Anekdote über ein düsteres Gastmahl Domitians. Die Gäste wurden in einen schwarz gekleideten Raum geführt. Neben jedem Gast stand ein Grabstein. Alle Gäste hatten Angst dieses Essen nicht zu überleben. Am Ende wurde sie reich beschenkt mit einem Sklaven nach Hause begleitet. Kaum einer hinterfragt diese Geschichte. Dabei wird schon bei Herodot, der im 5. Jh. vor Christi lebte, (Buch 2.78) ein ähnliches Gastmahl beschrieben. Herodot schreibt, daß nach dem Essen ein Totenbild in einen Sarg herein getragen und jedem Gast gezeigt wurde. Doch wie kann das angehen? Beides hat einen gemeinsamen Nenner Ägypten und hier möglicherweise den Osiris Kult, der ein Totenkult war. Domitian kam schon in seiner Jugend während des Bürgerkrieges in Berührung des Isis-Kults, der mit Osiris zusammenhing. Während seiner Herrschaft befaßte er sich mit Ägypten und der ägyptischen Religion (Isis-Tempels in Benevent, Aufstellung eines Obelisken mit einer Inschrift in Hieroglyphen). Wir müssen die Geschichte endlich als einen fließenden Fluß verstehen und nicht immer nur in Epochen denken, Geschichte entwickelt sich fort.