Read Truman Capotes turbulentes Leben: Kolportiert von Freunden, Feinden, Bewunderern und Konkurrenten by George Plimpton Online

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Wenn irgendjemand eine Biografie verdient hat, die sich aus unz hligen kleinen Puzzlest cken aus Klatsch und Tratsch zusammensetzt, dann ist es sicherlich Truman Capote, der nichts mehr liebte als Ger chte George Plimpton f hrte f r dieses Buch Hunderte von Interviews mit freundlichen und weniger freundlichen Leuten aus Capotes Umfeld, um ihre Stimmen zu einem Text zu verweben, der zeigt, wie vergeblich es ist, nach der Wahrheit zu suchen, wenn man es mit einem Menschen wie Capote zu tun hat Ein talentierter Autor und gleichzeitig ein verr ckter, charmanter, eitler, verspielter, herzloser, verlogener Schauspieler Auf seinem Lebensweg begegnen wir zahlreicher Prominenz von Andy Warhol ber Joan Didion, Norman Mailer bis zu seinem Erzfeind Gore Vidal Sie alle waren Zeugen seines pl tzlichen Erfolgs als Schriftsteller mit Fr hst ck bei Tiffany und Kaltbl tig , seines Aufstiegs in der New Yorker High Society und sp ter Beobachter und sogar Beteiligte seines j hen Absturzes, der auf die Ver ffentlichung von Erh rte Gebete folgte, eines Romanfragments, in dem er so gut wie jeden, den er kannte, gnadenlos verraten und verkauft hat....

Title : Truman Capotes turbulentes Leben: Kolportiert von Freunden, Feinden, Bewunderern und Konkurrenten
Author :
Rating :
ISBN : 3954030667
ISBN13 : 978-3954030668
Format Type : E-Book
Language : Deutsch
Publisher : Rogner Auflage 1 23 Juli 2014
Number of Pages : 278 Pages
File Size : 682 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Truman Capotes turbulentes Leben: Kolportiert von Freunden, Feinden, Bewunderern und Konkurrenten Reviews

  • J. J.
    2018-12-26 21:21

    Wenn man sich nicht nur den Werken, sondern vor allem auch dem Menschen Truman Capote nähern will, sollte man außer diesem fabelhaften Buch auch die autorisierte Biografie von Gerald Clarke lesen, der auch hier mehrfach zitiert wird.Ich hatte die Bio bereits gelesen und wollte mich nun diesem Buch widmen, welches ich mir auch in englischer Sprache schon besorgt hatte, da es zu dem Zeitpunkt die deutsche Ausgabe noch nicht gab. Endlich ist sie da und sie ist eine Bereicherung für den Capote-Interessierten.Dieses Buch liest sich flüssig und man kann lächeln, staunen, aber auch überrascht sein, wie manches Mal ein und dieselbe Geschichte so unterschiedlich interpretiert werden kann. Ja, TC mochte Klatsch und es stimmt, dieses Buch hätte ihm gefallen, weil es genau der Gesellschaftsklatsch ist, den er so sehr liebte und der ihn letztlich auch zu Fall brachte.Besonders gut gefällt mir die chronologische Strukturierung, sodass man immer weiß, bei welchem Thema und in welchem Jahr man gerade ist, schnell findet man die eine oder andere Stelle so wieder. Man spürt die Liebe einiger Personen, die ihm bis zum Schluss sehr nahe standen und nimmt auch die Sticheleien seiner Konkurrenten mit einem Lächeln hin. Das beruhte mit Sicherheit auf Gegenseitigkeit und ist eigentlich (fast) nie bösartig. Aber auch die Wut und Bitterkeit derjenigen ist herauszulesen, die sich von La Côte Basque verraten fühlten. Man spürt genau, dass Plimpton selbst auch ein Teil dieser Gesellschaft war, da er genau den richtigen Ton trifft, die Oberen Zehntausend darzustellen.Der Leser ist von der Kindheit über den Aufstieg bis zum tiefen Fall in jedem Lebensabschnitt Capotes dabei. Nach Clarkes Bio versuchte ich noch immer die Frage zu beantworten: Wer war Truman Capote wirklich? Es ist mir auch nach Lektüre dieser Geschichten nur eine Teilbeantwortung gelungen. Das liegt aber auch daran, dass Plimpton eben nicht nur eine Sichtweise aufzeigt, sondern mehrere. Dazu kommt, dass man manchmal sogar nicht einmal weiß, ob die Geschichte überhaupt war ist oder Capotes Phantasie entsprang. Und so ist es letztlich nicht mehr wichtig, mir eine einzige Antwort auf diese Frage zu geben.Rezensent Volker M schrieb: „…Am Ende bleibt die traurige Erkenntnis, das wohl nicht einmal Truman Capote wusste, wer Truman Capote wirklich war. Vielleicht wusste er nicht einmal, wer er hätte sein wollen.“ Besser kann man es nicht ausdrücken, denn das trifft es auf den Punkt. Wie sollen wir diesen Mann der Maskerade, dieses Chamäleon verstehen, wenn es ihm nicht einmal selbst gelang? Manchmal muss man dies auch gar nicht, denn es tut seinen wunderschönen Kurzgeschichten und Romanen keinen Abbruch. Genies haben auch immer den Hang sich selbst zu zerstören, da sind sich auch beide Autoren einig.Ich hatte sehr viel Freude beim Lesen des Buches und Tränen in den Augen, als Joanne Carson seine letzten Tage beschreibt. Dieses Buch ist ein Muss für jeden, der TC in der Vergangenheit schon gelesen hatte oder ihn erst jetzt neu entdeckt. Kaltblütig ist nur eine Seite, beide grandiosen Verfilmungen mit Philip Seymour Hoffman und Toby Jones auch. Es gibt sehr viel mehr zu entdecken, wenn man genauer hinschaut, aber eine klare Antwort auf diese eine Frage, die gibt es nicht.

  • Volker M.
    2019-01-07 21:23

    Die einen bezeichneten ihn als den größten Geschichtenerzähler des 20. Jahrhunderts, die anderen als den größten Lügner aller Zeiten. Die einen bewunderten sein gesellschaftliches Unterhaltungstalent, seine Einfühlsamkeit und Liebenswürdigkeit, die anderen verabscheuten seine Boshaftigkeit, Arroganz und Zügellosigkeit. Es gibt wenige Menschen, über die das öffentliche Urteil derart auseinanderklafft wie bei Truman Capote.Geboren in der tiefsten Provinz gelingt ihm ein kometenhafter Aufstieg in die höchsten gesellschaftlichen Sphären des internationalen Jetsets. Er geht bei den Schönen und Reichen ein und aus, er diniert mit den Agnellis, Peggy Guggenheim oder Gloria Vanderbilt. Seine Bücher (Frühstück bei Tiffanys, Kaltblütig...) verkaufen sich millionenfach, er ist berühmt und sein legendärer Black and White Ball im New Yorker Plaza wird zu einem fast schon barocken gesellschaftlichen Ereignis. Da ist er auf dem Höhepunkt seines Ruhmes, aber literarisch war er bereits auf dem Abstieg. 1975 erscheint im Esquire Magazin "Erhörte Gebete", ein nur unzureichend anonymisiertes Portrait der High Society, in dem er ungeheuerliche (und zum Teil erfundene) Geschichten über Berühmtheiten aus dem In- und Ausland ausplauderte. Eine der "Portraitierten" beging daraufhin Selbstmord und Capote wurde gesellschaftlich geächtet, eine Reaktion, mit deren Absolutheit und Konsequenz er nicht gerechnet hatte. Die letzten zehn Jahre seines Lebens verbrachte er drogensüchtig, krank und einsam, nur einige wenige Freunde hielten zu ihm. Den Absturz aus dem Olymp hat er nie verwunden.Wie nähert man sich einem so vielschichtigen Charakter? Diesem charakterlichen Chamäleon? Capotes Selbstzeugnisse eignen sich kaum als zuverlässige Quelle und je nachdem, wen man fragt, bekommt man auch dort äußerst widersprüchliche Antworten. George Plimpton erkennt das Problem und macht es zum Teil der Lösung: Er lässt alle Seiten zu Wort kommen, im Originalton, ohne korrigierende Eingriffe. Freunde wie Feinde, Menschen, denen Truman selbstlos half, Menschen, die er verabscheute. Ein Patchwork aus Meinungen, Fakten und Anekdoten. Plimpton stellt diese Aussagen in Form eines vielstimmigen Dialogs zusammen, keineswegs im Sinn einer klassischen Biografie, sondern in sehr persönlich gefärbten Zeugnissen von Wegbegleitern. Es werden nicht einmal alle Aspekte von Capotes Lebensgeschichte beleuchtet, dafür die dargestellten umso tiefgehender. Interessant ist dabei, wie unterschiedlich bestimmte Ereignisse wahrgenommen wurden. Was die einen begeisterte, stieß andere ab. Was die einen als gesellschaftliche no-go-area betrachteten, sahen andere als erfrischend und unterhaltsam. Truman muss als Person etwas gehabt haben, das viele Zeitgenossen faszinierte, sonst wäre seine atemberaubende Karriere kaum denkbar gewesen. Sein Unterhaltungstalent war legendär, seine Ruhmsucht und Egozentrik aber mindestens ebenso sehr. All das vermittelt der vielstimmige Chor in Plimptons Zusammenschau so eindrücklich wie elegant. Eine ungewöhnliche Technik, die aber auf kaum einen Menschen so gut passt, wie auf Truman Capote. Alles Gesagte ist wahr und auch wieder nichts davon. Fiktion und Realität verschwimmen im Portrait genauso, wie in Capotes realem Leben.Am Ende bleibt die traurige Erkenntnis, das wohl nicht einmal Truman Capote wusste, wer Truman Capote wirklich war. Vielleicht wusste er nicht einmal, wer er hätte sein wollen.