Read Erntedankfest: Erzählung by Hartmuth Malorny Online

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Das Dorf liegt in der Agonie Niemand kommt, aberalle wollen weg Seit die F rberei geschlossenwurde, plagt sich ein gro er Teil mit Geldsorgen,Langeweile und Nichtstun Als ein zugereistes Paareine bauf llige Villa bezieht und den Alkohol undDrogenhandel kultiviert, werden die Schicksale derBewohner beim allj hrlichen Erntedankfest sichtbar.Das Dorf ist suizidal, sagte Lusia Hartmuth Malorny1959 in Wuppertal geboren.Lebt noch....

Title : Erntedankfest: Erzählung
Author :
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ISBN : 3956324048
ISBN13 : 978-3956324048
Format Type : EPub
Language : Deutsch
Publisher : Wiesenburg Auflage 1 9 Oktober 2016
Number of Pages : 268 Seiten
File Size : 565 KB
Status : Available For Download
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Erntedankfest: Erzählung Reviews

  • Andreas Schröter
    2019-02-21 18:20

    Weil sie nur gemeinsam den Kaufpreis aufbringen können, erwerben ein Mann und eine Frau, die sich vorher gar nicht kannten, eine heruntergekommene Bruchbude mit großem Garten irgendwo in einem namenlosen Kaff. Die beiden werden ein Paar, sanieren Haus und Hof notdürftig und widmen sich dem Marihuana-Anbau und der Herstellung von Likören. Beides verkaufen sie im Dorf und halten sich so und mit dem Schreiben von journalistischen Artikeln – knapp – über Wasser.Der 1959 geborene Autor Hartmuth Malorny bleibt im neuen Roman seinem angenehm lakonischen und unaufgeregten Stil treu, den er zuletzt in „Begegnung in Turin“ (2015) gepflegt hat.„Erntedankfest“ ist eigentlich eine philosophische Abhandlung über das Glück in Romanform. Ist man nicht viel glücklicher, wenn man es etwas gemächlicher angehen lässt, statt sich den ganzen hektischen Zumutungen unserer modernen Gesellschaft auszusetzen?Das heißt nun allerdings nicht, dass im Leben unseres Paares gar nichts mehr passieren würde. Das wäre ja auch langweilig (für die Figuren im Buch und für die Leser). Lusia und der namenlose Ich-Erzähler lernen die manchmal skurrilen Dorfbewohner kennen und schätzen. Da ist Pamela, die sich gern nackt auszieht, ein Postbote, der viel plaudert, eine umtriebige Gemeindevorsteherin und ein meist betrunkener Elektrofachmann. Und sie alle und noch viel mehr kommen einmal im Jahr zum Erntedankfest im Garten unseres Paars zusammen. Eigentlich eine beschauliche Idylle. Fast möchte man selbst mal zu diesem Fest. Aber dann passiert am Ende doch noch etwas, das die Harmonie kurz zum Wanken bringt. Aber wirklich nur kurz. Lesenswert!

  • T. Steffen
    2019-03-07 19:17

    diese kleinen Ortschaften, in denen scheinbar einer mal das Licht ausgemacht hat. Dörfer am Niederrhein, im Sauerland, auf dem Weg zur Ost- oder Nordsee. In genau so einem Dorf spielt die Handlung dieser Erzählung. Der Held und seine Frau ziehen in so ein Dorf, leben schlecht und recht als Freiberufler und Kleinversorger. Aber nicht nur Brunnen oder Hühner-Entscheidungen treiben sie voran, die Haupteinnahmequelle ist der selbst angebaute Hanf.Joints für die Nachbarschaft und die daraus entstehenden Abhängigkeiten - finanziell, aber auch emotional - sind der Rahmen für allerlei Charaktere, die wir kennen lernen. Die nackte durchgeknallte Pamela, der Postbote, die Ortvorsteherin und all die Verrückten, die in so einem Dorf bleiben. Da wird aber vieles normal, was in der Stadt zumindest bizarr zu nennen wäre. Höhepunkt ist das Erntedankfest - jährlich reiben sich weitere Bewohner daran auf. 12 Jahre und 11 Feste umfasst die Erzählung - ein fesselndes Buch, das uns viele dieser Typen näher bringt. Landflucht, Vereinsamung, scheinbare Idyllen - alles dies wird im schnoddrigen Tonfall thematisiert. Von Innen - ganz ruhig und mit einer Prise Humor, die immer dann durchscheint, wenn es eher um ernste Themen geht. Der Leser glaubt viele Gestalten gleich zu kennen, denn wie schon im letzten Werk - Begegnung in Turin - weiß dieser Malorny Personen mit wenigen Strichen zu skizzieren, die wir alle meinen, schon einmal getroffen zu haben. Wenn Mensch Menschen mag, ist dieses Buch eine Empfehlung.

  • Amazon Kunde
    2019-03-03 23:13

    Das hat Harmuth Malorny ja toll hingekriegt: Endlich mal eine Geschichte vom Landleben, die weder Idylle auswalzt, bis sie auf Instagram passen würde, noch Binsenweisheiten vom einfachen Leben in Happy End-Erz gießt - sondern eine lakonisch erzählte Aussteigergeschichte der besonderen Art.Sie erzählt, wie der Traum vom Haus auf dem Dorf wahr werden kann, umgeben von liebenswert schrägen Vögeln, komplett mit einer Geschäftsidee, die sich gar zum eigenen Wirtschaftsmodell auswächst (buchstäblich) - und stößt auf das Rätsel, wie eigentlich die Menschen leben, die keine Chance mehr auf Arbeit haben oder die nie so recht eine Chance im Leben hatten. In den USA nennen wir es "hustle": der tägliche Kampf, über die Runden zu kommen, zuweilen mit fragwürdigen Mitteln. Harthmut Malorny lässt seine Hauptfigur dabei erstaunliche Wege finden und den guten Mann seine Geschichte herrlich beiläufig erzählen, selbst dann noch, wenn einem von der Trink- und Kifffestigkeit der Figuren längst schwindelig geworden ist.Ich lebe in New York, habe das "Erntedankfest" geschenkt bekommen und frage mich, ob es nicht sogar ein 1A-Gesellschaftsbild von Deutschland im Jahre 2016 zeichnet. Vor allem aber hat mich die Lektüre bestens unterhalten. Wer Antihelden mag, sollte unbedingt Malorny lesen.

  • Prof Y
    2019-02-19 21:14

    Malornys "Erntedankfest" erinnert entfernt an T.C.Boyles "Grün ist die Hoffnung". Bei Boyle geht es um den Anbau von Gras in Kalifornien, um reich damit zu werden. Bei Malorny geht's um Gras, aber zusätzlich noch um alkoholische Destillate, und man will nur überleben. Er schreibt einen Dorfroman der besonderen Art: Es gibt 52% Arbeitslose und aus Mangel an Geld vermehrt Tauschhandel. Wir haben wie immer bei Malorny diesen leicht stoischen Erzähler und den berühmten Malorny-Tonfall. "Eigentlich schrieb ich das Buch gar nicht, ich träumte es." "Harmonie in einer kaputten Welt." (Originalton Malorny). Es ist eine Schande, dass dieser Autor nicht endlich in einem großen Verlag erscheint, der ihn bekannter machen kann! SEHR LESENSWERT und weit besser als unsere abgehalfterte Mainstream-Ware.