Read Einen solchen Himmel im Kopf: Roman by Stephanie Gleißner Online

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Eine Heilige im Hinterland.Das Wunder ist fr die Anderen bestimmt, nicht fr die Heiligen, die brauchen es nicht mehr, die glauben bereits, und deswegen kommt das Wunder fr sie meist zu spt Dass sie ihren Kopf ziemlich weit oben trage, fanden die Alten Sie sei begabt aber auch gefhrdet, meinten die Lehrer Den pbelnden Jungs im Zug schlug sie mit der flachen Hand ins Gesicht und zu Hause klebte sie Heiligenbilder in ein Heft Und heute Zehn Jahre spter sitzt Johanna hinter einem Schreibtisch der rtlichen Krankenkasse, Thermoskanne und Pausenbrot neben sich, und schaut nur kurz auf, als ihre ehemals beste Freundin Annemut den Raum betritt Was ist nur aus Johanna geworden Annemut versucht zu verstehen Sie erinnert sich an den Sommer im Gartenhaus, die gemeinsamen Ausgehnchte und jene Morgendmmerung, in der sie dabeistanden und zusahen, wie die verrufene Pension Malinowski niederbrannte.Erklrungen findet Annemut nicht, doch eine Frage wird dringlicher Was ist eigentlich aus mir geworden...

Title : Einen solchen Himmel im Kopf: Roman
Author :
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ISBN : B008M7RR0Y
ISBN13 : -
Format Type : Audio Book
Language : Deutsch
Publisher : Aufbau Digital Auflage 1 13 Juli 2012
Number of Pages : 396 Pages
File Size : 971 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Einen solchen Himmel im Kopf: Roman Reviews

  • Kiepura
    2019-03-07 14:52

    Johanna ist eine Unnahbare, Exzentrische, die sich in der Klasse keiner Clique anschließt, nicht an den Unternehmungen ihrer Kameraden teilnimmt, sondern Heiligenbilder sammelt und sich in die Legenden der Märtyrer vertieft. Einzig mit Annemut (was für ein Name!) verbindet sie eine Freundschaft. Sie leben in der Provinz, in der die Alten auf der Bank sich die Mäuler über ihre Mitmenschen zerreissen. Die Mädchen unternehmen alles zusammen, tragen Zeitungen aus, gehen in der nächsten Stadt in die Disko, ohne jemals einen Burschen abzuschleppen. Annemut zieht es in die Welt. Immer wieder taucht ein Frank auf, mit dem sie einmal schläft. Sie ist eine Wütende. In Italien schleudert sie während der Messe Steine auf eine Marienstatue, im Hotel trommelt sie an Türen, um die Paare bei ihren Schäferstündchen zu stören. Sie wird von einem Zimmernachbarn fürchterlich verprügelt und zelebriert ihre Verletzungen mit einer Mischung aus Stolz und Eigensinn. Als sie Jahre später zurückkommt findet sie die exzentrische Johanna als biedere Angestellte der Krankenkasse vor, die sie mit „Frau Murr“ und per Sie anredet. Ein verrufenes Etablissement, das von einer vor dreißig Jahre im Dorf gestrandeten Polin geführt wird, geht in Flammen auf, irgendwie hat Annemut damit etwas zu tun – oder auch nicht?Es ist ein zorniges Buch. Annemut will ausbrechen, aus ihrem Leben und aus ihrer Haut (sie hat starke Schuppenflechte). Zunächst läßt sie sich von der starken und dominanten Johanna anleiten und führen, wird im Laufe der Zeit immer ebenbürtiger, bis uns die beiden in vertauschten Rollen vor Augen stehen. Der Leser ist gefordert, hat einiges an Kompositionsarbeit zu leisten, um bei den vielen Zeitsprüngen nicht den Überblick zu verlieren. Kein sensationelles, aber gutes, lesbares, empfehlenswertes Buch.

  • ComicLeser
    2019-03-01 10:04

    Die Erzählung kommt sehr schön ins Rollen. Die Situationen, Personen und Orte sind wunderbar auf so unkonventionelle Art beschrieben. Immer ist Raum für eigene Interpretationen, nicht nur weil die Ich-Erzählerin nicht mehr als Ihre Perspektive zulässt aber auch durch die metaphorische Erzählweise. Man ist versucht ab und an eine Sympathie für sie zu entwickeln aber wird in den unvorhersehbaren Handlungssträngen oft mittels ausdrucksstarker Erzählweise auf Distanz zu Ihr gebracht. Somit nimmt die Erzählung keine anklagende, in Selbstmitleid gleitende Form auf, sondern unterstreicht einmal mehr die starke Person der Ich-Erzählerin. Als der Rahmen steht, der Leser die Umgebung kennengelernt und damit umzugehen weiß, nimmt der Roman eine enorme Fahrt auf, sodass das Buch nicht mehr wegzulegen ist. Absolut zu empfehlendes Stück Literatur.

  • A. Nunez-Liman
    2019-03-03 11:55

    Von der Zusammenfassung zum Kauf motiviert, hatte ich mehr erwartet von diesem Buch. Man kann sich zwar gut in den Hauptcharakter einfuehlen, aber viele Handlungsstraenge & Nebenpersonen werden nur angedeutet und nicht zuende ausgefuehrt. Zuvieles bleibt offen oder so vage, dass man es auch ganz haette weglassen koennen. Von mir aus haette die Autorin noch ein bisschen mehr "Seemannsgarn" spinnen koennen - ist ja schliesslich keine strikte Autobiographie, oder? Von der Idee her ist das Buch sehr interessant, aber leider kann ich ihm so nur 3 Sterne geben.

  • Elfe
    2019-03-22 09:50

    Ich habe mir dieses Buch gekauft auf Empfehlung hin.Die Gesamtheit des Buches betrachtet wirkt die Geschichte eher kurios und undurchsichtig.Was jedoch extrem heraus sticht ist die Darstellung der "Hinterlandbewohner" die mich sehr sehr amüsierte und dazu führt, dass das Buch doch einige Lichtblicke in sich birgt.Ich würde es nicht weiterempfehlen

  • Monika Schulte
    2019-03-25 11:07

    Annemut und Johanna, zwei junge Mädchen, anderes als die anderen. Sie wohnen im Hinterland. Hinterland, das kann irgendein Dorf, irgendein Vorort sein, ganz beliebig. Fast jeder wird das beschriebene Hinterland vielleicht schon einmal kennengelernt haben. Alte Männer und Frauen, die auf Bänken im Hinterland sitzen und nichts anderes zu tun haben als über andere Männer und Frauen und deren Kinder zu tratschen. Annemut und Johanna sind unzertrennlich. Sie sind beste Freundinnen. Johanna, die sich nichts gefallen ließ, die Heiligenbildchen in ein Heft klebte.Nach Jahren kommt Annemut zurück ins Hinterland. Sie besucht ihre Eltern. Bevor es soweit ist, stellt sie sich immer wieder ihren ersten Gang durchs Hinterland vor. Wie werden die Alten jetzt gucken, reagieren?Und was ist aus Johanna geworden? Annemut trifft sie in der örtlichen Krankenkasse. Dort arbeitet Johanna jetzt brav hinter einem Schreibtisch. Und sie tut so, als würde sie ihre einstmals beste Freundin nicht kennen. Annemut versucht immer wieder zu verstehen, wieso Johanna jetzt so ist wie sie ist. Sie denkt zurück an die Sommer ihrer gemeinsamen Jugend. An die Nächte im Gartenhaus, an die Fahrten mit dem Zug zur Disko. Und an den Morgen, als sie beide zusahen, wie die berühmt-berüchtigte Pension Malinowski niederbrannte. Was ist aus Johanna geworden? Doch auch beschäftigt sie sehr die Frage, was aus ihr selbst geworden ist.Ein aussergewöhnlicher Roman. Die Autorin versteht es mit ihrer sehr eindringlichen Sprache, die Personen lebendig werden zu lassen. Man sieht die Alten tratschend auf den Bänken. Man spürt die Jugend und den Trotz der Mädchen. Die Freundschaft der beiden, die Enttäuschungen, der Bruch. Es ist ein ganz besonderes Buch, das ich nur weiterempfehlen kann.