Read Suchbild mit Katze: Roman by Peter Henisch Online

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Ein Kind lehnt am Fenster, neben ihm, auf dem Fensterbrett, sitzt eine Katze Sie ist die erste in seinem Leben Das Fenster ist eines von vielen, aus denen es schauen wird, doch hier erwacht sein Bewusstsein Der Autor nimmt uns in diesem Buch mit in seine Kindheit im Wien der Nachkriegszeit Dass es zu vertrumt ist, das hrt das Kind nicht selten Das Trumen ist eine Eigenschaft, die sich der Schriftsteller Peter Henisch bewahrt hat, und bis heute ist er auch ein Katzenfreund geblieben Die Katzen, die sein Leben begleitet haben, und die Fenster, aus denen er die Welt betrachtet hat, bilden den Rahmen fr diese Autobiographie, in der Henisch kunstvoll persnliche Geschichte mit Zeitgeschichte verknpft....

Title : Suchbild mit Katze: Roman
Author :
Rating :
ISBN : B01LYZNTQ4
ISBN13 : -
Format Type : Hardcover
Language : Deutsch
Publisher : Deuticke Verlag Auflage 2 26 September 2016
Number of Pages : 405 Pages
File Size : 761 KB
Status : Available For Download
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Suchbild mit Katze: Roman Reviews

  • Stefan Mendl
    2019-04-06 22:50

    Ein wunderschönes Buch.Sprachlich großartig,liebevoll und einfühlsam läßt es den Leser aus der sehr persönlichen Sicht des kleinen Peter Henisch österreichische Nachkriegsgeschichte erleben.Berührend,poetisch und unbedingt empfehlenswert.

  • Winfried Stanzick
    2019-03-29 17:46

    Der neue sehr stark autobiographisch geprägte Roman von Peter Henisch knüpft wie ein weiterer Teil einer mehrbändigen Familiengeschichte an an seine beiden Romane „Die kleine Figur meines Vaters“ (1975) und „Eine sehr kleine Frau“ (2007).Er gibt seinen Erinnerungen an seine Kindheit einen Rahmen, der ihn immer wieder in seinen unterschiedlichen Wohnungen, in denen er als Kind lebte und die er später mit seinen Partnerinnen teilte, an einem Fenster sitzend, neben sich seine jeweilige Katze, träumend hinaus in die Welt schauen lässt.Er erinnert sich an seine Familie, nimmt in etlichen (fiktiven?) Gesprächen mit einer Journalistin immer wieder Bezug auf schon in anderen Büchern Beschriebenes aus seinem Leben.Das, was ihn eigentlich sein ganzes Leben beschäftigte, das, was er in zahllosen Büchern, die alle einen mehr oder weniger autobiographischen Bezug haben, beschrieben hat, dem er sich in immer wiederkehrenden Erinnerungsschleifen und Selbstreflexionen zu nähern suchte, sind Fragen:„Woher kommen wir, wohin gehen wir, was wird aus uns werden? Wer sind wir, wer waren wir, wer werden wir sein?“Sich erinnernd, versichert er sich, dass er lebt. Sich träumend seiner Vergangenheit annähernd, verleiht er seiner Gegenwart Sinn. Er tut das mit einer vordergründig leichten Sprache, die aber, lässt man sie auf sich wirken, eine große menschliche Tiefe offenbart. Da schaut einer heiter und melancholisch zugleich auf sein Leben zurück, dessen einziger und größter Wunsch es immer war, zu schreiben und so zur Welt zu kommen.Ein wunderbares literarisches Kleinod.

  • Johann Guenther
    2019-03-24 23:34

    HENISCH, Peter: „Suchbild mit Katze“, Wien 2016Der schon ältere Dichter erzählt aus seiner Kindheit. Um dem Titel des Romans „Suchbild mit Katze“ gerecht zu werden kommt immer wieder eine Katze (eingestreut) vor.Einerseits ist es eine Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit, andererseits ist es auch ein allgemeiner historischer Rückblick für den Leser; Bericht eines Zeitzeugen. Bei manchen seiner Erzählungen ist er sich aber nicht sicher, gesteht das aber ein „Oder habe ich das erst später gesehen? Zumindest erst später wahrgenommen? Vielleicht Deja-vu, also mit dem Gefühl, es schon früher gesehen zu haben … Aber sehen ist eins, und begreifen ist etwas anderes.“ (Seite 107) Diese und ähnliche Formulierungen geben den Anschein, als sei das Manuskript noch auf einer Schreibmaschine oder gar per Hand geschrieben. Später hochkommende Ideen werden dann wie ein Postskript eingebracht.Henisch bringt den Lesern in der Zeit großer Einwanderungen aus den Kriegsgebieten in Syrien und Afghanistan in Erinnerung, dass am Ende der Österreichisch Ungarischen Monarchie viele Menschen aus Tschechien, Ungarn und den anderen Kronländern ins Kernland zogen. So auch die Großeltern des Schriftstellers, der seinen Großvater sagen lässt „wenn man zureist, in so eine große Stadt, in der man sich sonst fremd fühlt, dann sucht man zuerst die Nähe der eigenen Leut. Und damals sind ja viele von uns gekommen. Aus Böhmen, aus Mähren und aus der Slowakei. Aber für die Wiener, die schon hier geboren waren und sich deswegen besser vorgekommen sind, war das alles eins: Wir waren die Bem.“ (Seite 186)Wie schon gesagt: eine Katze gibt den Rahmen für den Roman. Es ist eine Geschichte mit Happy End, denn die Katze, die vom Fenstersims abstürzt landet am Rücken der Hausmeisterin und überlebt. Damit habe ich den Schluss vorweggenommen, aber es ist ja kein Kriminalroman, wo man so etwas nicht machen darf.

  • Jules Barrois
    2019-03-30 18:31

    „Woher kommen wir, wohin gehen wir, was wird aus uns werden? Wer sind wir, wer waren wir, wer werden wir sein? Unglaublich, was damals alles noch Zukunft war. Und dann ist es passiert und das heißt ja, vorbeigegangen, und schon war es Vergangenheit.“ (Seite 162)Peter Henisch geht diesen Fragen in seinem neuen Roman nach, in einer Art Autobiographie der anderen Art.Als Standpunkt wählt er den Blick aus den Fenstern. „All die Fenster, aus denen ich schon geschaut habe. Nicht ganz wenige im Laufe eines Lebens.“ (Seite 10). An seiner Seite immer wieder eine Katze, eine von vielen, die ihn in seinem Leben begleitet haben.Und so blickt er auf die Gasse, auf sein Viertel, auf Wien, auf Österreich, auf die Welt, auf sein Leben. Auf seine Mutter, auf seinen Vater, den Fotographen, auf Großeltern, auf Onkel Willi, auf Friedi, seine heimliche Liebe, auf die Besatzung durch die Russen, auf den Staatsvertrag, „Österreich ist frei.“ (Seite 162), auf die Weltgeschichte. „Und schaute hinaus in die Welt. Eine Welt, von der ich mir erst nach und nach eine Vorstellung zu machen begann.“ (Seite 95)Er schreibt aus unterschiedlichen Perspektiven: aus dem Blick des Kindes, aus der Sicht des Erwachsenen auf die Eindrücke des Kindes, aus den Eindrücken und Überlegungen des Erwachsenen, als Dichter, als Interviewter im Gespräch mit einer Journalistin. Er folgt keiner chronologischen Reihenfolge. Im Zentrum steht die Zeit der späten 40er Jahre und der 50er Jahre. Ganz leicht und locker springt er hin und her, kehrt zurück, folgt einem Nebengleis, streut Bemerkungen ein, kommt wieder in die aktuelle Gegenwart und greift daraus wieder ein Thema aus seiner Kindheit auf. Und das ganze überhaupt nicht verwirrend.Das ist der erste entscheidende Punkt für mich in diesem Buch: Der Leser weiß immer ganz genau, wo und in welcher Zeit er sich befindet.Der zweite entscheidende Punkt für mich ist die Denk- und Erlebniswelt des kleinen Knaben. Ich selbst bin gerade ein Jahr jünger als der Autor, in ganz anderen Verhältnissen aufgewachsen als er, aber ich entdecke Erlebnisse, Vorstellungen, Überlegungen des Kindes, an die ich mich auch bei mir erinnere. Und diese kindliche Zeiterfahrung und Zeiterleben haben nicht nur die Entwicklung des Autors nachhaltig beeinflusst, sondern die von all denen, die in dieser Zeit groß geworden sind.Peter Henisch spricht ein kollektives Gedächtnis an. Und das tut er mit einer ganz wunderbaren Erzählkraft: in schöner, unaufdringlicher, fließender Sprache, spannend, manchmal ironisch, manchmal tiefgründig, sehr facettenreich und vor allem sehr eingängig. Er zieht den Leser in einen Bann, der bis zur letzten Seite anhält.Gönnen Sie sich unbedingt dieses Lesevergnügen.